Bundesstraße 53 bei Schleich ab Mitte Mai für bis zu sechs Wochen nicht befahrbar

Bundesstraße 53 bei Schleich ab Mitte Mai für bis zu sechs Wochen nicht befahrbar

Darf man überhaupt eine wichtige Strecke wie die Bundesstraße 53 zwischen Schleich und Pölich während der Tourismussaison für mehrere Wochen dichtmachen? Der zuständige Landesbetrieb erklärt, warum das so sein muss.

Sollte man das nicht besser machen, wenn weniger los ist an der Mosel? Auf diese Fragen hat der Landesbetrieb Mobilität Trier eine klare Antwort: Die Bauarbeiten können nicht in der Zeit zwischen Ostern und den Herbstferien ruhen. Auch nicht an der Mosel.

"Würde man neben der Tourismussaison noch Weinlese- sowie die Schlechtwetterperioden im Winter und Frühjahr aussparen, blieben nur noch wenige Wochen im Jahr übrig, um die anspruchsvollen Bauprogramme von Bund, Land und Kreisen umzusetzen." Das sagt Frank Zimmer vom Landesbetrieb Mobilität. Er verweist zudem darauf, dass mit dem Saar-, Ruwer-, und dem Sauertal weitere Regionen zum Bereich des LBM Trier gehören, in denen die Tourismussaison wichtig ist.

Und so wird Urlaubern und Moselbewohnern wohl nichts anders übrig bleiben, als sich vermutlich ab Mitte Mai einen neuen Weg zu suchen (siehe Grafik), weil die B 53 zwischen Schleich und Pölich gesperrt wird. Frank Zimmer sagt, dass die Fahrbahn auf knapp 1700 Meter erneuert wird. Zudem werden Bankette angepasst und Schutzplanken errichtet. Der Grund für die Arbeiten ist der schlechte Zustand der Straße.

"Irgendwann muss auch gebaut werden", sagt Walter Clüsserath, Ortsbürgermeister von Pölich. Überrascht ist er jedoch über die Notwendigkeit der Bauarbeiten. Clüsserath ist der Meinung, dass die Strecke zwischen Ensch und Trittenheim viel sanierungsbedürftiger ist als die Straße zwischen Pölich und Schleich.

Dass nun im Mai gebaut wird, ist dem Ortsbürgermeister allemal lieber als der ursprünglich geplante Termin kurz vor der Weinlese. Auf die während dieser Zeit zu erwartenden Probleme habe er den LBM hingewiesen. "Seitdem habe ich nichts mehr von den Bauarbeiten gehört." Dass nun bald die Baumaschinen anrollen, hat er erst im Gespräch mit dem TV erfahren.

Etwas mehr als 3100 Fahrzeugbewegungen täglich werden wenige Kilometer entfernt von der kommenden Baustelle in Klüsserath durchschnittlich gemessen. Nach aktueller Schätzung werden rund 400 000 Euro in den Teilabschnitt der Bundesstraße investiert. Bei der dann doch nicht riesigen Verkehrsbelastung könnte man auf den Gedanken kommen, dass es auch eine halbseitige Sperrung tut.

Das heißt, auf der einen Fahrbahnseite wird gebaut, während auf der anderen gefahren werden kann. Doch dagegen sprechen zwei Gründe. So ist einerseits laut LBM die B 53 in der Ortsdurchfahrt Schleich zu eng, als das dort Straßenbauer und Autofahrer gefahrlos aneinander vorbeikommen könnten.

Zudem sei es andererseits aufgrund des Arbeitsschutzes erforderlich, den laufenden Verkehr von der Baustelle fernzuhalten. Hintergrund ist die Empfehlung des Ausschusses für Arbeitsstätten, der Sicherheitsregeln für Arbeitsstätten im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums aufstellt (siehe Info).

Während PKW- und LKW-Fahrer über Schweich und Bekond fahren müssen, gibt es für Schul- und Kindergartenbusse eine innerörtliche Ausweichstrecke. Diese führt über Wirtschaftswege und ist für den normalen Verkehr ungeeignet.Extra

Richtlinie soll tödliche Unfälle verhindern

Nach Informationen der Berufsgenossenschaft (BG) Bau ist das Unfallrisiko bei Arbeiten im Grenzbereich zum Straßenverkehr um ein Vielfaches höher als bei anderen Arbeiten in der gewerblichen Wirtschaft. Laut BG hat es in vier Jahren 20 Unfälle mit Todesfolge und weitere 37 Unfälle mit schweren Verletzungen gegeben. Ende 2013 wurde deshalb eine neue Richtlinie für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen beschlossen, um die Situation zu verbessern. Als Konsequenz werden für die Straßenbauprojekte immer öfter Strecken komplett gesperrt. Besonders dann, wenn Sicherheitsabstände nicht gewährleistet werden können.

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