Bundestagswahl 2013: Wer schafft's nach Berlin?

Bundestagswahl 2013: Wer schafft's nach Berlin?

Wird im Herbst der Bundestag neu gewählt, dann steht auch für die Region Trier viel auf dem Spiel: Wer wird Stadt und Landkreis in der Hauptstadt vertreten?

Trier. Für die CDU tritt im Wahlkreis 204 (siehe Extra) erneut der Trierer Bernhard Kaster als Direktkandidat an. "Ich kämpfe um das Direktmandat, weil dieser hohe Vertrauensbeweis für mich Ansporn und persönliche Verpflichtung ist", sagt Kaster. Eine andere Chance als das Direktmandat hat Kaster ohnehin kaum: Bei der Bundestagswahl 2009 hat die CDU in Rheinland-Pfalz zwölf von 15 Wahlkreisen direkt gewonnen. Weil ihr nach der Anzahl der Zweitstimmen allerdings nur zehn Sitze im Bundestag zugestanden hätten, zogen zwei Kandidaten per Überhandmandat ins Parlament ein. Für zusätzliche Listenkandidaten war kein Platz mehr. Holt Kaster also nicht das Direktmandat, könnte ihm wohl selbst ein guter Platz auf der CDU-Landesliste, die vor aussichtlich am 9. März aufgestellt wird, nicht sicher zu einem Sitz im Bundestag verhelfen.

Direktkandidatin der SPD im Wahlkreis 204 ist Katarina Barley. Durch den Aufstieg Malu Dreyers zur Ministerpräsidentin sei im Land deutlich ein positiver Rückenwind für die SPD spürbar, sagt die 44-Jährige. Auch ihr Ziel ist es, das Direktmandat zu gewinnen. "Allerdings hoffe ich auch auf einen guten Platz auf der Landesliste." Die SPD stellt diese am 27. April auf. An welcher Stelle Barley antritt, ist offen. Bei der Bundestagswahl 2009 hatte die SPD in Rheinland-Pfalz 23,8 Prozent geholt, deshalb zogen zusätzlich zu zwei Kandidaten, die Direktmandate gewonnen hatten, sieben Listenkandidaten in den Bundestag ein.

Die rheinland-pfälzischen Grünen haben ihre Landesliste im Dezember aufgestellt und Corinna Rüffer (38) dabei auf Platz drei gewählt. Der Einzug in den Bundestag ist der Triererin dadurch so gut wie sicher. Die Studentin wird auch als grüne Spitzenkandidatin im Wahlkreis antreten.

Ob die FDP nach der Wahl noch im Bundestag vertreten sein wird, scheint nach den aktuellen Umfragewerten fraglich. Nichtsdestotrotz haben die Liberalen bereits im September Direktkandidaten und Landesliste aufgestellt: Spitzenkandidat ist der 35-jährige Trierer Henrick Meine. Schafft die FDP bundesweit die Fünf-Prozent-Hürde, dürfte es für maximal zwei bis drei Listenkandidaten aus Rheinland-Pfalz reichen. Meine ist nicht darunter.

Für die Linke will die Triererin Katrin Werner wieder in den Bundestag. Offiziell nominiert die Partei ihre Spitzenkandidatin allerdings erst im März. Bei der Wahl 2009 rutschte die 39-Jährige knapp über Platz drei der Landesliste ins Parlament. Dieses Mal will sie auf Platz zwei kandidieren, ob das klappt, entscheidet sich bei der Listenwahl am 13. April.

Die Piratenpartei kürt ihren Spitzenkandidaten im Wahlkreis 204 am 24. Februar, bislang haben Andreas Brühl (38, Trier) und Matthias Koster (wird im Juni 18 Jahre alt, Osburg) Interesse bekundet. Brühl kandidiert auf der Piraten-Landesliste zudem auf Platz drei.Extra

Frisch zum Bundestagskandidaten der Liberalen im Wahlkreis 204 gekürt: Henrick Meine. Der 35-Jährige ist aktuell Schatzmeister der FDP Trier-Stadt. Foto: Roland Morgen
Katarina Barley, SPD. Foto: Friedhelm Knopp

Der Wahlkreis 204 umfasst die Stadt Trier und den Landkreis Trier-Saarburg. Bei der Bundestagswahl 2009 waren laut Internet-Enzyklopädie Wikipedia in diesem Wahlkreis 191 691 Menschen wahlberechtigt. In Rheinland-Pfalz gibt es 15 Wahlkreise, es ziehen also 15 Kandidaten per Direktmandat in den Bundestag ein. 15 weitere Sitze werden nach den Zweitstimmen verteilt. Zurzeit sitzen für die rheinland-pfälzische CDU zwölf Kandidaten im Bundestag, die Landes-SPD wird von neun Mitgliedern vertreten, die rheinland-pfälzischen Grünen von vier Abgeordneten, die FDP von fünf und die Linke wird von vier Rheinland-Pfälzern vertreten. woc

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