Buntes Angebot an der Porta Nigra
Trier · Mehr als 90 Handwerker haben am Wochenende vor, hinter, unter und neben der Porta Nigra gezeigt, was alles zum Handwerk gehört. Erstmalig nutzten die Aussteller 2011 auch den Brunnenhof, um dort ihre Produkte zu präsentieren.
Trier. Mit dem Geruch von Holzkohle, Hämmern und Zischen und mit dem süßlichen Duft von geschlagenem heißen Eisen begrüßte am Samstag der Trierer Handwerkermarkt seine Besucher. Hin und wieder stiegen schwarze Rauchschwaden aus dem Schmiedeofen. Es schien fast so, als wäre die Porta Nigra eine Nuance heller gewesen, bevor Paul Kreten vor mehr als dreißig Jahren seinen Schmiedeofen hier zum ersten Mal befeuerte.
Aussteller auch im Brunnenhof
Denn das Event begann vor 31 Jahren unter der Porta. Dass das Handwerk auch unter dem schwarzen Tor goldenen Boden hat, bewiesen damals etwa 15 Aussteller. Kreten war einer von ihnen. Dieses Jahr waren rund 90 Handwerker an der Porta versammelt. Wegen der jährlich steigenden Besucherzahlen wurde nun auch der Brunnenhof als Ausstellungsfläche genutzt. Jürgen Havekost aus der Sächsischen Schweiz präsentierte sein edles Porzellan erstmals in dieser herrlichen Kulisse. Den Tipp, beim Trierer Handwerkermarkt auszustellen, gab ihm ein Kollege. Doch nicht nur Kunsthandwerk wurde im Brunnenhof geboten, sondern auch die Gelegenheit zu einer Pause bei einem guten Gläschen Moselwein und der Musik des Blockflötenduos Discorsi Salottieri.
Die 61-jährige Anni Weinand aus Bekond ist begeistert. Ihr Mann sei Kunstschmied und deshalb wisse sie so viel handwerkliches Geschick sehr zu schätzen.
Annette Obermeyer (70) aus dem baden-württembergischen Hemsbach kann sich an den vielen Farben nicht satt sehen. Als Hobbyfotografin mit eigenen Ausstellungen habe sie einen Blick für Schönes, sagt sie, während sie bei dem Engländer Paul George ein farbenprächtiges Keramikkunstwerk ersteht. George und seine Frau Sibylle Traub stellen bereits zum fünften Mal in Trier aus. Neben einem Atelier in Arnstadt betreiben sie einen weiteren Laden in Birmingham (England).
Ob Bürsten, Pinsel, Körbe, Hüte, Keramik, Schmuck, Spielzeug und mehr, der Kunsthandwerkermarkt zeigte wieder einmal, was und wie vieles möglich ist. Gefilzt wurden Hüte, Bekleidung, Schuhwerk, mitnichten jedoch die begeisterten Besucher. Körbe gab es ausschließlich vom Korbmacher und so mancher zog gut gelaunt von dannen mit dem Wissen, dass sich mehr zu schmieden lohnt als stets nur Pläne.
Das Handwerk hat eben doch noch immer goldenen Boden. Auch, oder im Besonderen unter der Porta Nigra.