Verkehr : An der Brücke wird’s gefährlich

Der neue Busfahrplan bringt für Kinder aus der Grundschule Klüsserath gravierende Veränderungen.

Vor etwa einer Woche hat die Grundschule Klüsserath die Eltern ihrer Schüler über eine „gravierende Veränderung” des Busfahrplans informiert. Ab 1. September, so heißt es in dem Schreiben, werden die Kinder, die an der Nachmittagsbetreuung teilnehmen, nicht mehr an der Schule abgeholt, sondern am Ortseingang von Klüsserath. Auf dem Weg zur Bushaltestelle gebe es keine Aufsicht.

Doch damit nicht genug: Auch an der Thörnicher Brücke sind die Jungen und Mädchen auf sich alleine gestellt – egal, ob sie mit dem 14 Uhr-Bus oder mit dem 16 Uhr-Bus fahren. Und zwar müssen die Schüler am Brückenkopf auf der Thörnicher Seite die Straße überqueren und in einen anderen Bus umsteigen. Dieser kommt aus Richtung Leiwen, bevor es weiter in die Heimatorte moselaufwärts geht. 16 Minuten beträgt die Wartezeit.

Im Einstiegsbereich gibt es keine Einbuchtung, geschweige denn ein Wartehäuschen. Der Wartebereich besteht aus einem etwa ein Meter breiten Gehweg zwischen Straße und Leitplanke.

Etwa zehn Kinder aus Ensch, Schleich und Pölich werden an der Klüsserather Schule bis 16 Uhr betreut. Sie sind auf den Bus angewiesen. Schulleiterin Silke von Juterzenka weist die Eltern in dem Schulbrief darauf hin, dass für den Kreis nur bis Schulschluss um 12.50 Uhr eine Verpflichtung zur Schülerbeförderung bestehe. Danach gebe es keinen rechtlichen Anspruch auf eine angemessene Beförderung.

Von Juterzenka hält den Fußweg bis zur Haltestelle an der Gemeindewaage, Nähe Ortseingang B 53, „gerade noch so für vertretbar”, weil es innerörtlich sei. Die Haltestelle an der Thörnicher Brücke hält sie allerdings für gefährlich: „Sie liegt in einer Kurve und ist für die Autofahrer aus beiden Richtungen schlecht einsehbar.”  Ihre Intervention beim Kreis als zuständiger Behörde für die Schülerbeförderung hatte keinen Erfolg: „Dort heißt es, man habe keine Handhabe und es gebe keinen Rechtsanspruch.”

Sechs- bis Zehnjährige an der Thörnicher Brücke warten zu lassen, sei inakzeptabel, sagt Andreas Welter aus Ensch. Sein Patenkind geht in Klüsserath zur Schule. Welter ist nicht nur um die Kinder aus der Nachmittagsbetreuung besorgt, das Mitglied der Winzerkapelle Ensch fürchtet auch um die Sicherheit der Bläsergruppe, die sich auf Betreiben des Vereins an der Schule etabliert hat. Freitags von 13 bis 13.50 Uhr wird an der Schule geprobt, anschließend geht es wie beschrieben mit dem Bus und den Instrumenten im Gepäck heimwärts.

Welter befürchtet, dass Kinder angesichts des umständlichen Transports auf die Idee kommen könnten, zu Fuß nachhause zu gehen. Nach Ensch wären das von der Thörnicher Brücke aus etwa 900 Meter. Der Weg führt größtenteils entlang der viel befahrenen Bundesstraße 53. Die Verbandsgemeinde Schweich als Schulträgerin verweist auf die Zuständigkeit des Kreises für den Schülerverkehr: „Wir würden es begrüßen, wenn der Transport weiterhin sicher vonstatten gehen könnte.”

Mehr von Volksfreund