Busse, Bau und Hundekot

Der Bau eines neuen Mehrfamilienhauses im Wohngebiet BU 7, Änderungen in der Friedhofsgestaltung, eine mögliche Öffnung der Augustinusstraße für den Individualverkehr sowie ein tierisches Problem: Die Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Tarforster Ortsbeirats ist lang gewesen.

Trier-Tarforst. Im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus entsteht im Bereich Auf der Au unterhalb des Mehrfamilienhauses auf der großen Freifläche ein neues viergeschossiges Mehrfamilienhaus mit acht bis zehn Wohneinheiten. Das teilte Ortsvorsteher Werner Gorges (CDU) dem Ortsbeirat Tarforst in dessen zurückliegender Sitzung mit.
Über die Details informierte Stefan Leist vom Planungsamt der Stadt Trier. Grund für den Bau sei der hohe Bedarf an Wohnraum. Bauherr wird die Aachener Wohnungsbaugesellschaft sein. Der in diesem Bereich gelegene Spielplatz soll verlegt und vergrößert werden, teilte der Planer mit. Um die Zahl der parkenden Fahrzeuge auf der Straße nicht zu erhöhen, werde das Haus eine Tiefgarage bekommen. Die Nachfrage von Detlef Schieben (SPD), ob das Haus barrierefrei gebaut würde, konnte der Planer bejahen. Der Ortsbeirat stimmte der Vorlage bei einer Enthaltung zu.
Auf dem Tarforster Friedhof sollen nach den Vorstellungen von Stadt und Ortsbeirat 35 neue Urnengräber und eine Gemeinschaftsgrabanlage neu entstehen. Im Rat bestand Einvernehmlichkeit darüber, dass sich die Bestattungskultur verändert habe und man für alle Formen der modernen Bestattung offen sein sollte.
Stimmungswechsel im Rat


Beim Thema "Augustinusstraße" hat es im Rat einen Stimmungswechsel gegeben. Noch im Juli konnten sich alle Fraktionen mit Ausnahme von Susanne Kohrs (Linke) eine Öffnung der Straße für den Individualverkehr vorstellen. Bei den aktuellen Gesprächen gab es nun aber keine Stimmen mehr, die für eine Öffnung eintraten. Zunächst teilte Ortsvorsteher Werner Gorges mit, dass sich die voraussichtlichen Kosten für die Sanierung der Straße um 20 000 Euro auf 190 000 Euro reduzieren würden. Möglich sei dies, weil die Straße lediglich asphaltiert würde.
Dann war es wieder an Stefan Leist, den aktuellen Sachstand zu erläutern. Im Juli hatte der Rat beschlossen, der Verwaltung einen Prüfauftrag zu erteilen, ob die Augustinusstraße vom Individualverkehr genutzt werden kann. Man habe mit den Geschäften, den Anliegern und der Schule gesprochen, teilte Leist mit. Zwar hätte der Handel sich für eine Öffnung ausgesprochen, die Schule aber habe hier nicht zuletzt auch angesichts der geplanten Vergrößerung um zwei Klassen Bedenken geäußert und sich für die Beibehaltung als reine Bus trasse ausgesprochen. Zudem gebe es eine neue Entwicklung auf der noch brachliegenden Fläche vor dem Edeka-Parkplatz, auf der in der Vorweihnachtszeit Weihnachtsbäume verkauft würden. Hierfür habe sich nun ein Interessent gefunden, mit dem man zuerst über seine Pläne sprechen müsse. Leonore Hardes (FWG) plädierte dafür, bei allen möglichen Überlegungen die verkehrstechnisch nicht unproblematische Situation des Edeka-Parkplatzes im Auge zu behalten.
Um die Bedürfnisse von Landwirten, Spaziergängern und Hunden ging es im folgenden Punkt. Die Landwirte hatten sich beim Ortsvorsteher über Autofahrer beklagt, die mit ihren Fahrzeugen landwirtschaftliche Wege und Flächen blockierten sowie über Hunde, die mit ihren Hinterlassenschaften das Heu derart verunreinigen würden, dass es nicht mehr zur Fütterung verkauft werden könne.
Für den Rat eine schwierige Situation, schließlich wolle man im Bereich des Friedhofes keine neuen Parkplätze schaffen, da man den Verkehr damit durch den ohnehin schon stark beanspruchten Ort ziehe, gab Wolfgang Schaab (FDP) zu bedenken. Eine Lösung könne hier in der Nutzung der Parkplätze bei der Tennisanlage liegen, klang es aus der CDU. Schwieriger war da schon die Frage, wie man dem Hundeproblem begegnen könne. Hier war es Wilhelm Gehlen (CDU), der die Idee hatte, Anlieger, Hundebesitzer und Ratsmitglieder in einem Arbeitskreis zu vereinen. Das fand den spontanen Beifall einer Gruppe von Hundebesitzerinnen, die eigens wegen dieses Tagesordnungspunkts zur Ratssitzung gekommen waren. Im Namen der Gruppe sagte Gerda Savelkouls die aktive Mitwirkung an diesem Arbeitskreis zu.
Extra

Im Stadtteil Tarforst sind etliche Straßen marode. Ortsvorsteher Werner Gorges kündigte eine Begehung mit dem Tiefbauamt an, bei der alle Schäden aufgelistet werden sollen. Ratsmitglied Wolfgang Schaab wies darauf hin, dass auch viele Randsteine von Bürgersteigen beschädigt seien. Dies bedeute für Fußgänger erhebliche Gefahren. flo