Baustelle in Trier-Feyen/Weismark : Verkehrs-Terror im Wohngebiet

Anwohner der Korumstraße in Trier-Feyen klagen über die starke Zunahme des Verkehrs. Auf Hilfe aus dem Rathaus warten sie ihrer Ansicht nach bislang vergebens.

Ärger scheint programmiert sobald auf den Trierer Straßenbaustellen die Bagger anrollen. Nicht nur bei den direkt Betroffenen, sondern auch im näheren und weiteren Umfeld von (größeren) Baustellen. Bewohnern der oberen Weismark macht das Fehlen von Bussen und der damit verbundene Wegfall von liebgewonnenen Haltestellen ganz schön zu schaffen (TV vom 16. August).

Ursula Flemming und Thekla Welter aus der weiter talwärts gelegenen Korumstraße bemängeln, dass nun dauernd Stadtbusse durch ihr Viertel fahren und die Schadstoffbelastung nie dagewesene Ausmaße angenommen habe. Schuld geben beide nicht allein den Bussen, sondern auch dem Umleitungsverkehr, der mit der Pfahlweiherbaustelle „äußerst stark” zugenommen habe. Aber schon durch die Bauaktivitäten in Castelnau in Feyen vor Jahren sei es mit der Ruhe nicht mehr weit her, so die Anwohnerinnen. Die paradiesischen Zustände seien vorbei, sagt Ursula Flemming. Als sie sich 2004 eine Wohnung zugelegt habe, sei es noch einige Jahre möglich gewesen, auf ihrer Loggia zu frühstücken. „Das können sie mittlerweile vergessen.”

Die Anwohnerinnen beklagen sich, dass in einem verhältnismäßig kurzen Straßenstück jetzt drei Bushaltestellen eingerichtet wurden. Neben dem regulären Halt (Rubenstraße) kamen zwei weitere Ersatzhaltestellen hinzu. Carsten Grasmück, Pressesprecher der Stadtwerke Trier (SWT): „Mit den Ersatzhaltestellen möchten wir die Wege für die Fahrgäste möglichst kurz halten.”

 „Absoluter Blödsinn”, kontert Weismark-Viertel-Bewohnerin Sophie Esper. „Uns mutet man zu, Kilometer weit zu laufen bis zur nächsten Haltestelle. In der Korumstraße dagegen gibt es gleich drei Haltestellen.” In der Tat: Ein Ersatzhalt befindet sich unmittelbar vor dem Haus von Ursula Flemming und das wiederum grenzt unmittelbar an die Korumstraße und den Gehweg: „Fenster zu öffnen, daran ist, seitdem die Busse hier durchfahren, nicht mehr zu denken.” Die Abgase seien in ihrer Wohnung zu riechen.

Ursula Flemming hat sich ein Messgerät angeschafft, um der Feinstaubbelastung in ihren Zimmern nachzugehen: Sie weiß, dass das Gerät nur für private Zwecke genutzt werden kann. Dennoch: „Mir sagt das Gerät viel. Die Werte sind unheimlich in die Höhe gegangen, seit der Verkehr so stark zugenommen hat.” Anhand der Grafik sehe man schön, wenn Sonntag ist: „Dann schlagen die Messwerte nicht so stark nach oben aus wie wochentags.” Schon in den frühen Morgenstunden gehe der Verkehr los, verbunden mit Lärm, Gestank und Abgasen. Erst am späten Abend werde es erträglicher. Trotz 30-Kilometer-Zone werde auf Teufel komm raus gerast.

Auch Ortsvorsteher Rainer Lehnart (SPD) hat beobachtet, dass „immer wieder Zeitgenossen die Straße unberechtigt nutzen, zu schnell fahren und über Bürgersteige donnern”.  

Ausgeschildert ist die Korumstraße für Anlieger frei mit Fahrradsymbol. Von Bussen steht da nichts.  Beide Frauen haben schon das Rathaus angeschrieben und gebeten, für Abhilfe zu sorgen. Gebessert habe sich nichts. „Die offizielle Umleitung führt nicht durch das Wohngebiet, sondern über das Ufer, die Straßburger Allee”, gibt Stadtsprecher Michael Schmitz zu bedenken. Man sei zwar für die Geschwindigkeitsmessung zuständig, aber die Verkehrsabteilung könne nicht überall und gleichzeitig sein bei zwei Messgeräten. Es habe hier aber schon gezielte Messungen gegeben und die werde es auch in Zukunft geben, verspricht Schmitz. SWT-Sprecher Carsten Grasmück zu den Bus-Takten: Die 20-Minuten-Frequenz der Busse sei erforderlich, um der Nachfrage auf der Folgestrecke in Feyen nachzukommen.

Ursula Flemming und Thekla Welter haben sich in ihrer Sorge auch an die Stadtratsfraktionen gewandt. Beide fühlen sich allein gelassen – auch von ihrem Ortsvorsteher Rainer Lehnart. Dieser weist darauf hin, dass er in dieser Angelegenheit immer wieder aktiv sei.

 Bushaltestellen Weismark_InterRed
Bushaltestellen Weismark_InterRed Foto: TV/Schramm, Johannes

Keine gute Lösung sei die Haltestelle unmittelbar vor ihrem Haus, sagt Ursula Flemming. Besser wäre ein Bereich, wo noch etliche Meter Abstand von Hausfront zu Gehweg und Straße sei. Da könnten die Abgase womöglich besser in die Höhe entweichen. Dem verbotenen Abkürzungsverkehr könnte durch Kontrollen der Polizei begegnet werden. Die Anwohnerinnen haben der Verwaltung weitere Vorschläge gemacht: Permanente Geschwindigkeitskontrollen in der 30er-Zone sowie Einrichtung der Korumstraße als Sackgasse oder verkehrsberuhigter Bereich. Je unattraktiver die Umleitungsstrecke sei, desto weniger Autofahrer würden die Strecke nutzen. Und zu den Bussen: „Mit einer Haltestelle in der Korumstraße wäre allen gedient.”