Campingplätze an der Sauer evakuiert

Unwetter : Campingplätze an der Sauer evakuiert

Stark von den Unwettern betroffen waren die Bewohner der Sauertalgemeinde Ralingen im Kreis Trier-Saarburg. Kurz nach zwei Uhr in der Nacht rauschten Sturzbäche von der Höhe in die Orte hinein.

Besonders traf es den Ortsteil Godendorf, wo ein außer Rand und Band geratener Bach mehrere Gärten verwüstete, Mauern umriss und ein Gewächshaus demolierte. Hinzu kamen vollgelaufene Keller. 20 Einsätze zählte die Feuerwehr dort in der Nacht. Monika Weiler, In der Hostert 2 betrachtet ihr demoliertes Mobiliar, das zum Umzug in der Garage eingelagert war und die Fluten nicht überlebte. „Dabei haben wir noch Glück gehabt, der Sturzbach aus dem Grundstück oberhalb ist nur in die Garage gekommen und sonst am Haus vorbeigeflossen.“ In einem Trümmerfeld, das mal ihr Garten war, steht Rita Kochann. Auch der Keller sei vollgelaufen und die Gartenmauer weg. Die Trümmer der Mauer bombardierten dann das Gewächshaus der Nachbarin, von dem nur ein verbogenes Gerippe übrig blieb. Während die Anwohner am Nachmittag weiter ihre Trümmer aufräumen, heult nach 14.30 Uhr zweimal in kurzer Zeit die Feuersirene. Es gießt inzwischen wider in Strömen. Die Wehren kratzen ihre letzten Reserven zusammen, denn „in Biesdorf ist der Damm gebrochen“, so heißt es. Eine Sechs-Meter-Welle wird im Sauertal befürchtet, eine Flut wie zuletzt 2003, und die Kreisverwaltung ordnet die Evakuierung der Campingplätze an. Die Camper entlang der Sauer werden von Feuerwehr und Polizei aufgefordert, den „Uferbereich zu meiden“. Dann werden die Campingutensilien von Wehrleuten und ihren Platzmietern so gut es geht geht zerlegt und verladen. Und alles was Räder hat, aber keinen Motor, wird per Trecker in höhere Gefilde geschleppt. Die meisten Camper tragen es mit bitterem Humor. Die B 418 vor dem Alten Bahnhof in Metzdorf ist zugestellt mit Campingwagen, viele ihrer Eigner sitzen auf der Restaurantterrasse oberhalb des Platzes und starren auf die braune Flut der Sauer, die weiter anschwillt.

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