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Carl-Zeiss-Stiftung fördert Projekt „Senior Health Games“ an der Hochschule Trier mit 970.000 Euro

Wissenschaft : Therapeutische Spiele für Senioren

An der Hochschule Trier soll ein „Serious Games Lab” aufgebaut werden. Dieses Labor erforscht und kreiert therapeutische Spiele für Senioren. Die Carl-Zeiss-Stiftung spendiert dafür knapp eine Million Euro.

Intelligente Lösungen für eine älter werdende Gesellschaft stellen eine wichtige Voraussetzung für die Zukunft dar. Unter der Leitung von Prof. Dr. Linda Breitlauch (Intermedia Design, Hochschule Trier) forschen Lehrende der Hochschule Trier innerhalb eines Projektteams aus den Bereichen Design, Informatik und Therapiewissenschaften an therapeutischen Computerspielen.

 Die Carl-Zeiss-Stiftung fördert zwischen Februar 2021 und Januar 2024 mit der Programmlinie Transfer den Aufbau eines „Serious Games Lab“ (SGL) mit dem Schwerpunkt „Senior Health Games“ (SHG). 

Computerspiele, die neben dem Unterhaltungswert gezielt Wissens- und Kompetenzvermittlung fördern oder Verhaltensänderungen unterstützen, bezeichnet man als „Serious Games“. An der Hochschule Trier soll ein „Serious Games Lab” (SGL) aufgebaut werden, das sich auf therapeutische Spiele für Senioren fokussiert.

Neben Informationsvermittlung ist es unter anderem das Ziel, die Eigenmotivation von Patienten zu steigern und sie spielerisch zur Wiederholung von therapeutischen Übungen zu animieren. Hierdurch können Therapiesitzungen reduziert werden, da die Übungen zu Hause alleine oder gemeinsam mit Angehörigen und (ungeschulten) Betreuungspersonen durchgeführt werden. Das verbessert nachhaltig die Lebensqualität für ältere Menschen, steigert die Chancengleichheit und stellt somit ein wichtiges Ziel in diesem Forschungsprojekt dar. Die Spiele werden barrierefrei, niedrigschwellig und gendergerecht konzipiert, um den Zugang für möglichst viele Senioren zu ermöglichen. Für Menschen mit Migrationshintergrund sollen die Games mehrsprachig angeboten werden.

Innerhalb des geförderten Forschungsprojekts werden die Potenziale der Hochschule Trier genutzt. Prof. Dr. Christof Rezk-Salama, Prof. Dr. Tilo Mentler und Prof. Dr. Stefan Naumann werden ihre Kompetenzen aus den Bereichen Technologie, Künstliche Intelligenz sowie Visualisierung/Simulation in das „Serious Games Lab“ (SGL) einbringen.

Für die Therapiewissenschaften wird Prof. Dr. Sven Karstens einen Beitrag leisten und aus dem Bereich Design und Dynamisches Storytelling die Antragskoordinatorin und Projektleitung Prof. Dr. Linda Breitauch sowie Prof. Daniel Gilgen.

„Das „Serious Games Lab“ verbindet die wissenschaftliche Untersuchung und die Umsetzung therapeutischer Maßnahmen sowohl in digitaler als auch in physischer Form miteinander. Prof. Dr. Linda Breitlauch beschreibt das Projekt so: „Die Kombination aus Therapie, wissenschaftlicher Forschung und deren konkreter Umsetzung ist etwas Neues, das es mit dieser Schwerpunktsetzung bis dato in der deutschen Forschungslandschaft noch nicht gibt.“

Das Projekt, das weniger auf einen kommerziellen Erfolg, sondern eher auf die gewünschte Wirkung im gesellschaftlichen Kontext zielt, stellt für die Präsidentin der Hochschule Trier, Prof. Dr. Dorit Schumann, einen elementaren Beitrag für die immer älter werdende Gesellschaft dar.

Breitlauch sagt: „Ich freue mich sehr, dass die Carl-Zeiss-Stiftung die enorme Bedeutung dieses interdisziplinären Projekts mit einer sehr hohen Fördersumme unterstützt. Die Forschungsarbeit liefert nicht nur wertvolle Erkenntnisse über die jeweilig beteiligten Disziplinen, sie schafft neue Verknüpfungen und somit Möglichkeiten im Bereich der Therapiewissenschaften.“

Die Hochschule Trier erhält 970000 Euro für Health games für Senioren. Foto: Hochschule Trier/Erik Seitz

Mit dem Transfer aus der Wissenschaft in die Praxis leiste die Hochschule Trier für angewandte Wissenschaften einen wichtigen Beitrag zu Gesundheit, Lebensqualität und Selbstbestimmung im höheren Alter.