Carmen Moser ist neue Vorsitzende des Gewerbeverbands Schweich

Wirtschaft : Neue „Zuckerl” für Schweich

Eine Triererin, die lange in Österreich lebte, hat Schweich in ihr Herz geschlossen: Carmen Moser ist neue Vorsitzende des Gewerbeverbands.

Die Idee, mit schön geschmückten Tannenbäumen vor den Geschäften weihnachtliches Flair in den Straßen Schweichs zu verbreiten, stammt von ihr. Aber das war nicht der einzige Grund, warum der Gewerbeverband Schweich Carmen Moser (58) zur neuen Vorsitzenden gewählt hat. „Manchmal ist der Blick von außen ja ganz hilfreich”, sagt die selbstständige Immobilienmaklerin. Sie hat lange in Österreich gelebt, war vier Jahre in Wien und danach 23 Jahre in Salzburg als Architektin tätig.

Seit drei Jahren lebt die gebürtige Triererin in Schweich. Ihr sei die Moselstadt ans Herz gewachsen, sagt Moser. Auch während ihrer Zeit in Österreich sei sie mindestens einmal im Jahr für ein bis zwei Wochen in Schweich gewesen, um ihre Schwester zu besuchen. „Mir war immer klar, wenn ich zurückkomme, dann nur nach Schweich”, sagt Moser. Ihre beiden Söhne studieren, einer in Österreich und einer in Deutschland.

Die Nachfolgerin von Michael Heinz (Heimdecor Center Heinz), der der Interessenvereinigung der Schweicher Einzelhändler in den vergangenen vier Jahren vorgestanden hat, möchte den Gewerbeverband stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung rücken. „Viele wissen überhaupt nicht, was wir alles an Aktionen und Veranstaltungen machen, sondern glauben, die Stadt stehe dahinter. Wir arbeiten gut mit dem Stadtbürgermeister und dem Stadtrat zusammen, aber wir wollen auch herausstellen, dass viele von uns als Ehrenamtler und mit viel Herzblut dabei sind.” Der Gewerbeverband Schweich ist mit rund 150 Mitgliedsbetrieben der größte Zusammenschluss von Einzelhändlern, Handwerkern und Dienstleistern in der Region Trier (siehe Info).

Carmen Mosers Idealvorstellung wäre es, dass sich Schweich als  „öffentliches Wohnzimmer” präsentiert – als nett gestalteter, lebendiger Ort, an dem man sich gerne aufhält. Die als „Neue Mitte” von Schweich bezeichnete Überplanung des Wiedemann-Areals sieht die Gewerbeverbands-Chefin als große Chance, die Aufenthaltsqualität im Zentrum von Schweich zu verbessern. Mit Sitzgelegenheiten, einem Café, der Tourist-Info und Geschäften. „Viele Touristen fragen, wo das Zentrum der Stadt ist. Es gibt Nachholbedarf bei der Aufwertung des öffentlichen Raums in Schweich.”

Auch das Moselvorland und den Jachthafen empfindet Carmen Moser als Potenzial, das brachliegt und das Schweich besser ausschöpfen könnte. Ein kleiner Park, der den Besuchern den Weg zur Stadt hin öffnet – das fände sie klasse. Den geplanten Stadtwanderweg zu den Sehenswürdigkeiten und historischen Stätten von Schweich begrüßt sie sehr. Das sei eine Bereicherung für Bewohner und Gäste, sagt Moser. Sie hat ein Faible für alte Gebäude. Darüber hinaus würde sie ein Tempolimit in Brücken- und Richtstraße begrüßen – mit den dann ohnehin vonseiten der Stadt vorgesehenen straßenbegleitenden Maßnahmen wie breiteren Bürgersteigen und mehr Grün.

Die Konkurrenz durch den Online-Handel und die in einigen Jahren bevorstehende Sperrung der Moselbrücke wegen eines Neubaus sieht die 58-Jährige als große, aber zu bewältigende Herausforderung für den Einzelhandel in Schweich an. „Es kommt darauf an, die Kunden bei uns zu halten. Dafür müssen wir mit Aktionen ein paar Zuckerl heraushauen”, sagt Moser. Ihr und den Mitgliedern des Gewerbeverbands geht es darum, den Spagat zwischen immer stärker steigenden Kosten und neuen Angeboten zu schaffen.

Carmen Moser schwebt beispielsweise vor, in Verbindung mit Veranstaltungen des Vereins „Kultur in Schweich” Weinverkostungen anzubieten. Auch könnten Mitgliedsbetriebe untereinander kooperieren und sich im Kundenangebot ergänzen. Beispielhaft nennt sie den Floristikbetrieb, der zum Adventskranzbinden einlädt, wobei die Besucher gleichzeitig Empfehlungen des Buchhändlers zum Thema Basteln und Weihnachtsdekos erhalten. Der Gewerbeverband könnte die Betriebe zusammenbringen und bei der Organisation behilflich sein.

In kleineren Städten wie Schweich, davon ist Carmen Moser überzeugt, sei das einfacher umzusetzen als beispielsweise in Trier, Salzburg oder Wien.

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