Cartoons aus der Lamäng

Die Ausstellung "Alles Trier - Comische Comics von Kolz" ist in der Stadtbibliothek Palais Walderdorff eröffnet worden. Rund zwei Dutzend Interessierte besuchten die Vernissage und sahen sich die 40 Bilder des Trierer Karikaturisten Johannes Kolz an. Reaktion: schmunzelnde Gesichter und gut gelaunte Besucher.

Trier. Auf einer Karikatur hängen zwei grüne Äpfel nebeneinander an einem Baum. Der Wind weht, die Blätter fallen und es regnet. Fragt der eine Apfel: "Wie iss et?" Antwortet der andere griesgrämig: "Eich könnt faulen!"
Dieses und andere Bilder des Trierer Karikaturisten Johannes Kolz sind in der Stadtbibliothek im Palais Walderdorff zu sehen. Bis zum 23. Dezember dauert die Ausstellung "Alles Trier - Comische Comics von Kolz", die vorerst die letzte ihrer Art sein wird: "In naher Zukunft werde ich keine Ausstellung mehr organisieren. Die Vorbereitung ist sehr viel Arbeit. Ich werde mich wieder mehr auf das Künstlerische konzentrieren", erklärt Kolz.
Rund zwei Dutzend Besucher waren zur Vernissage gekommen. Bärbel Schulte ist mit Kolz befreundet: "Die Bilder sind witzig und prägnant. Darüber kann ich echt lachen. Es ist toll, wie viel Humor er auf den Punkt bringen kann."
Knapp 40 Cartoons und Comics aus der "Alles Trier"-Serie sind zu sehen. Kolz erläutert: "Cartoons bestehen aus einem Bild plus Text. Alles ab zwei Bildern wird Comic genannt. Die Auswahl habe ich selbst aus der Lamäng getroffen. Der einfache Stil kommt bei den Leuten gut an." Er charakterisiert den Trierer in seinen Karikaturen mit dicker Unterlippe und ohne Hals - ein rauer und ruppiger Mensch mit dem Herz am rechten Fleck.
Initiiert hat die Ausstellung Ruth Jätzold von der Stadtbibliothek Trier. Sie habe Kolz' Werke in der Karlsmühle in Mertesdorf gesehen und sei dann auf die Idee gekommen, sie am Domfreihof zu präsentieren: "Wir möchten unseren Kunden eine schöne Abwechslung bieten. Vielleicht gelingt es uns auch, durch die Comics neue Bibliotheksnutzer anzuwerben."
Karin Geiben aus Trier ist fasziniert von den Cartoons: "Meine Familie wohnt in Bad Kreuznach. Ich schicke ihnen öfters Bilder von Kolz. Sie amüsieren sich königlich darüber."
Peter Krames aus Trier ergänzt: "Alle Karikaturen sind toll. Bei manchen muss ich schon nachdenken, um den Witz dahinter zu verstehen." In den Bildern wiedererkannt hätten sich beide aber noch nicht.
Am schwierigsten sei es, Ideen zu finden, sagt Kolz über seine Arbeit: "Ich höre den Menschen zu. Dann spinne ich die Dialoge im Kopf weiter. Es kann schon vorkommen, dass ich im Edeka anfange, zu lachen. Das Zeichnen ist später schnell erledigt."
Gertrud Stelter, Leiterin der Stadtbibliothek im Palais Walderdorff, schmunzelt: "Früher gingen wir zum Lachen in den Keller, heute in Kolz' Ausstellung. Wenn uns Angestellten eine Laus über die Leber gelaufen ist, schauen wir uns einfach die Bilder an. Dann müssen wir zwangsläufig lachen."

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