Castel Feuvrier: Neues Wohn- und Gewerbequartier zwischen Nordbad und Jugendherberge

Castel Feuvrier: Neues Wohn- und Gewerbequartier zwischen Nordbad und Jugendherberge

Auf dem Baugrundstück Castel Feuvrier am nördlichen Moselufer soll nach jahrelangen Planungen endlich der Bau von insgesamt rund 140 Wohnungen, Läden und einem Hotel beginnen. Damit Baufahrzeuge das Gelände erreichen können, werden Ab- und Einbiegespuren von der Zurmaiener Straße aus errichtet. Die Bauarbeiten sollen ohne größere Behinderungen für den Verkehr bleiben.

Trier. Riesige Schutt- und Kiesberge sind auf dem ehemaligen Militärgelände Castel Feuvrier am nördlichen Ufer vom Abriss der Baracken übrig geblieben, in denen bis 2011 die Bundespolizei untergebracht war. Schon längst haben Wildkräuter die Hügel überwuchert. "Aber bald gehen die Bauarbeiten los!", verspricht Manfred Müller.

Der Trierer Architekt betreut mit seinem Büro das neue Wohn- und Gewerbequartier von der Planung bis zum Einzug. Eigentlich sollte das erste Haus bereits im Oktober 2017 bezugsfertig sein. Doch daraus wird nichts: "Die Grabungen des Landesmuseums haben länger gedauert als geplant", erklärt Müller die Verzögerung.

Tatsächlich hatten die Archäologen anfangs nicht damit gerechnet, dass das Erdreich des Areals zwischen Jugendherberge und Nordbad Aufregendes birgt. Doch dann kam ein römischer Friedhof zutage mit mehr als 30 Gräbern und seltenen Bestattungsformen - nämlich doppelt belegten Särgen. Als "echten Glücksfall" bezeichnete Grabungsleiter Andreas Hupe den außergewöhnlichen Fund (der TV berichtete).Warten auf die Baugenehmigung


Den Bauantrag für die künftige Besiedlung hat Müllers Büro im Dezember bei der Stadtverwaltung eingereicht. "Sobald dieser genehmigt ist, können die Arbeiten beginnen", sagt Müller, der hofft, dass das Baudezernat nach der Sommerpause zügig die entsprechende Erlaubnis erteilt. Große Überraschungen dürfte es nicht geben. Schließlich hatte Müllers Entwurf den von der Stadt ausgeschriebenen Architektenwettbewerb gewonnen. Per städtebaulichem Vertrag wurden im Frühjahr 2014 Bauhöhen, -größen und die Nutzung der geplanten Gebäude festgeschrieben. Und der Architektur- und Städtebaubeirat hat die Baupläne ebenfalls abgesegnet.

Um den Investor (siehe Extra) zum zügigen Bauen anzuhalten, war vereinbart worden, dass das erste Wohnhaus Ende Oktober 2017 bezugsfertig und das gesamte Gelände Ende 2019 komplett entwickelt sein muss. Diese Daten wurden nach hinten geschoben. "Die ersten Gebäude - entlang der Zurmaiener Straße - werden wohl in eineinhalb Jahren nach Baubeginn fertig sein", schätzt Architekt Müller. Fangen die Arbeiten im Herbst an, könnten die ersten Mieter im Frühjahr 2018 einziehen. Damit mit dem Hausbau aber überhaupt begonnen werden kann, müssen Abbiege- und Einfädelspuren von der Zurmaiener Straße auf das Gelände gebaut werden. "Alleine um den Erdaushub abzutransportieren, müssen täglich etliche LKW das Gelände anfahren", sagt Müller. Über die bisherige Zufahrt - ein schmaler Weg im 90-Grad-Winkel zur Moseluferstraße - ist das nicht machbar.

Den Bau der neuen Ab- und Auffahrt auf das Gelände hat das Trie rer Verkehrsbüro Boxleitner geplant. "Sobald die Stadt die Pläne genehmigt hat und die Absprachen mit der Verkehrsbehörde getroffen sind, geht es weiter", erklärt Diplom-Ingenieur Kurt Müller vom Büro Boxleitner. Läuft alles glatt, könnte frühestens Mitte Oktober mit den Straßenbauarbeiten begonnen werden.

Der Geh- und Radweg, der zurzeit neben der Zurmaiener Straße verläuft, wird dafür auf das Baugelände verlegt. Am jetzigen Ort des Geh- und Radwegs entstehen dann die neuen Abbiegespuren. "Dort ist so viel Platz, dass die Bauarbeiten wohl ohne größere Behinderungen für den Verkehr auf der Zurmaiener Straße laufen können", sagt Ingenieur Müller. "Es sei denn, die Verkehrsbehörde schätzt die Sache anders ein und empfiehlt einen größeren Sicherheitsabstand - dann könnte es sein, dass wir die Absperrung bis auf die rechte Fahrspur ausweiten müssen." Die zunächst als Baustellenzufahrt gedachte neue Trasse soll später auch Mietern und Besuchern des neuen Quartiers als Zu- und Abfahrt dienen.

Die Baupläne im Einzelnen:
Parallel zur Zurmaiener Straße entstehen im ersten Bauabschnitt drei langgestreckte Gebäude mit einer Länge von bis zu 50 Metern und eine Lärmschutzwand. In die beiden zum Nordbad hin gelegenen Riegel zieht ein Holiday-Inn-Hotel mit 156 Zimmern ein. Im zur Jugendherberge gelegenen Gebäude entstehen etwa 44 Appartements zwischen 25 und 50 Quadratmetern und drei Ladenflächen im Erdgeschoss.
Unter den Gebäuden werden große Tiefgaragen errichtet.

Auf dem Geländeinneren zur Mosel hin sollen elf dreieinhalb geschossige Mehrfamilienhäuser mit je bis zu acht Wohnungen locker gruppiert werden. Mit dem Bau dieser Häuser soll begonnen werden, wenn der Rohbau der zur Zurmaiener Straße gelegenen Gebäude abgeschlossen ist.

An der Ecke zur Peter-Lambert-Straße ist ein geschwungener Bau mit sechs Geschossen, die treppenförmig angeordnet sind, vorgesehen. Für dieses Gebäude ist noch kein Bauantrag eingereicht. Dieses, für Gewerbe - etwa Einzelhandel, Büros, Praxen - vorgesehene Gebäude soll erst nach den Wohnhäusern gebaut werden.

Am Moselufer in Richtung Freibad ist ein dreieinhalb geschossiges Gebäude geplant, in dessen unterer Etage ein Restaurant mit Außenterrasse zur Mosel vorgesehen ist. Die darüberliegenden Etagen können für Wohnungen oder Büros genutzt werden. "Es steht noch kein Betreiber für das Restaurant fest", sagt Architekt Müller. Auch dieses Gebäude soll erst in einem späteren Bauabschnitt entstehen.

Zum Flussufer hin ist die Böschung hinab eine große Stufenanlage bis zum Wasser hin geplant, auf der Leute sitzen können.
Die Freitreppe ist Teil der Pläne zur Aufwertung des Moselufers, die das Trierer Büro BGH für Umweltplanung und Landschaftsarchitektur im Auftrag der Stadt entwickelt hat. Der Castel-Feuvrier-Investor hat sich verpflichtet, für die Aufwertung des Moselufers 200 000 Euro bereitzustellen.

Insgesamt sollen auf dem ehemaligen Militärgelände Castel Feuvrier rund 140 Wohnungen entstehen, für Büros und Praxen sind 3800 Quadratmeter Geschossfläche vorgesehen, für nicht-großflächige Einzelhandelsbetriebe rund 1000 Quadratmeter. Für das Restaurant ist ein Gastraum von rund 200 Quadratmetern vorgesehen.Extra

Bauherr des neuen Quartiers ist die eigens gegründete Projektgesellschaft Porta Nova GmbH mit Sitz in Trier. Geschäftsführer ist Helmut Klein. Besitzer des Geländes und alleiniger Investor für dessen Entwicklung ist der luxemburgische Immobilien-Konzern Wagner Group. woc

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