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CDU Mariahof schließt Frieden

CDU Mariahof schließt Frieden

Die weibliche Doppelspitze der CDU Mariahof hat das Kriegsbeil begraben. Maria Marx hat sich behauptet und soll 2009 antreten, um die Krone der Ortsvorsteherin zu verteidigen. Ihre Stellvertreterin Jutta Albrecht hat offenbar den Putsch abgeblasen und will sich mit dem Spitzenplatz auf der CDU-Ortsbeiratsliste zufrieden geben.

Trier. Stress, Belastungen, Konfliktsituationen - Thomas Albrecht kennt sich aus mit diesen Dingen. Der Staatsanwalt ist Vize-Chef der CDU-Ratsfraktion in Trier, seine Wortduelle mit Kontrahenten wie den Sozialdemokraten Friedel Jaeger und Peter Spang sind fester Bestandteil der Diskussionskultur in Triers höchstem kommunalpolitischen Gremium. Es wird wohl Albrechts Geheimnis bleiben, ob er den Ärger kommen sah, der auf ihn zukam - nicht auf der großen Bühne der Stadtpolitik, sondern direkt vor seiner Haustür in Mariahof.

Denn der Zoff begann während einer Sitzung des CDU-Stadtbezirksvorstands Mariahof im Sommer. Auf der Tagesordnung stand der Punkt "Kommunalwahl 2009". Daraus wurde eine Kampfabstimmung um die Position der CDU-Kandidatin für das Amt der Ortsvorsteherin (der TV berichtete). Amtsinhaberin Maria Marx, laut eigener Aussage völlig überrascht von dieser Entwicklung, verließ aus Protest den Saal und erlebte nicht mehr, dass die Mehrheit der verbliebenen Vorstandsmitglieder nicht für sie die Hand hob, sondern für ihre Stellvertreterin Jutta Albrecht - Thomas Albrechts Ehefrau.

Putschversuch oder Missverständnis



Ob diese Vorstandssitzung der Rahmen eines Putschversuchs oder das Ergebnis mangelhafter christdemokratischer Kommunikation war, blieb zunächst irrelevant. Die Abstimmung hatte weder Sinn noch Wert, da nicht der CDU-Stadtbezirksvorstand über diesen Punkt entscheidet, sondern die Mitgliederversammlung am 23. Oktober. Die Mehrheit nutzte Jutta Albrecht nichts.

Maria Marx verbarg ihren Unmut nicht: Niemals habe ihre Stellvertreterin erkennen lassen, dass sie selbst gerne Ortsvorsteherin wäre. Aus Berlin schickte Triers CDU-Chef Bernhard Kaster ein deutliches Signal nach Mariahof, die Sache "einvernehmlich zu regeln". Damit lag die Verantwortung bei Thomas Albrecht. Er musste seine Frau und Maria Marx auf einen Nenner bringen. Was ihm offenbar während einer Vorstandssitzung in dieser Woche gelungen ist.

"Maria Marx wird erneut für das Amt der Ortsvorsteherin kandidieren", teilt Albrecht mit. Jutta Albrecht werde Spitzenkandidatin der CDU-Liste für die Ortbeiratswahl. Außerdem werde sie wieder als stellvertretende Ortsvorsteherin zur Verfügung stehen. Albrecht: "Beide Frauen wollen ihre Zusammenarbeit im Team fortsetzen." Dieses Ergebnis wolle er der Mitgliederversammlung präsentieren. "Es stimmt, wir haben uns einvernehmlich geeinigt", bestätigte Maria Marx gestern. "Ich bin sehr froh über diese Lösung."

Meinung

Großes Kompliment

Zwei Frauen wollen Ortsvorsteherin werden, und eine der Kontrahentinnen ist die eigene Ehefrau. Die Lösung dieser Situation war mit Sicherheit ein extrem hartes Stück Arbeit für Mariahofs CDU-Chef Thomas Albrecht. Vor allem, weil seine Frau Jutta als sehr energisch und engagiert bekannt ist und schon oft enormes Durchsetzungsvermögen bewiesen hat. Dennoch überlässt sie die erste Startreihe Maria Marx, gibt nach und stellt ihre Ambitionen zurück. Jede andere Entscheidung wäre absolut fatal gewesen, nicht nur für die CDU Mariahof. Eine Eskalation dieses Konflikts hätte sich negativ auf die CDU insgesamt ausgewirkt. Spaltungen, Frontenbildung und ein riesiger Imageverlust wären die Folgen gewesen. Kompliment an das Ehepaar Albrecht. j.pistorius@volksfreund.de