CDU: Ohne Quertreiber und mit Team-Menschen

CDU: Ohne Quertreiber und mit Team-Menschen

Rund 150 CDU-Mitglieder haben am Samstag in der Europäischen Rechtsakademie die Liste für die Stadtratswahl im nächsten Jahr gewählt. Fraktionsvorsitzender Bertrand Adams behauptete sich mit 136 Ja- und acht Nein-Stimmen auf dem ersten Listenplatz.

Ignaz Bender hat sich darauf eingerichtet, dass es länger dauert. Und so überbrückt er die zeitaufwendigen Regularien mit einem Schach-Rätsel. Kniffliges macht dem langjährigen Stadtrat offenbar Spaß.

Akribisch analysiert er auf der Vorschlagsliste des CDU-Kreisvorstands für die Stadtratswahl 2009, wie viele Kandidaten aus welchen Stadtteilen wo auf der Liste gelandet sind. "Sicher im Rat sein dürften nämlich nur etwa die ersten 16", sagt er. Ansonsten sei es möglich, dass auch Kandidaten aus der zweiten Hälfte der 60 Namen zählenden Liste "nach vorn schießen" könnten. Etwa bekannte Persönlichkeiten, die in großen Stadtteilen wie Trier-Nord, Mitte oder Süd fest verwurzelt und beliebt sind, und die es schaffen, viele Einzelstimmen auf sich zu vereinigen. So könnten zum Beispiel die im hinteren Listenteil aufstellten Rats-Veteranen Ricarda Kuhner (Listenplatz 32) oder Druckermeister Wolfgang Raab (Platz 38) dank ihres Bekanntheitsgrads die vor ihnen Platzierten überholen und es wieder in den Stadtrat schaffen. "Die Jungen und die Neuen müssen zusehen, dass sie bekannt werden", bestätigt CDU-Kreisvorsitzender Bernhard Kaster, dass ein guter Listenplatz allein noch keine Garantie für den Einzug ins Stadtparlament ist.

Erste Listenhälfte ist gut gemischt

Wie die 21-köpfige CDU-Fraktion in der nächsten Legislaturperiode besetzt sein soll, das hat Kaster nicht nur zusammen mit dem 26-köpfigen Kreisvorstand ausgebrütet. Seine Vorstellung hat er offenbar auch so intensiv kommuniziert, dass sich kaum einer traut, quer zu treiben. Dem Vernehmen nach hätte der Parteitag für manch guten Listenplatz auch noch andere Vorschläge gehabt. Aber den Schneid, am Wahlnachmittag tatsächlich Alternativen zu den Empfehlungen des Kreisvorstandes vorzuschlagen oder sich als Gegenkandidat nominieren zu lassen, haben nur wenige. Lediglich drei Gegenkandidaturen gibt es, und die erst ab Listenplatz 24. In allen drei Fällen betont Kaster, wie sorgfältig sich der Kreisvorstand die Platzierungen überlegt habe - und in allen drei Fällen erhalten "seine" Kandidaten prompt die Stimmenmehrheit. "Wir haben eine Liste mit allen Generationen und aus allen Lebensbereichen aufgestellt - da findet sich jeder wieder", ruft Kaster nach dem knapp sechsstündigen Wahlmarathon am Spätnachmittag den rund 100 CDUlern zu, die von den anfangs knapp 150 Stimmberechtigten durchgehalten haben.

Mit Tendenz zu Akademikern und darunter besonders Juristen ist die begehrte erste Listenhälfte tatsächlich bunt gemischt: Neben Metzgermeister Berti Adams auf Platz eins ist mit Udo Köhler ein Architekt, mit Monika Thenot eine Hausfrau, mit Ulrich Dempfle ein Notar, mit Norbert Freischmidt ein selbstständiger Gastronom, mit Heike Franzen eine Unternehmerin, mit Dorothee Bohr eine Juristin, mit Friedl Schulz ein Arzt, mit Jörg Reifenberg ein Bankangestellter, mit Jürgen Plunien ein Betriebswirt, mit Birgit Falk eine Verwaltungsdirektorin, mit Thomas Albrecht ein Staatsanwalt, mit Elisabeth Tressel eine Geografin, mit Bernd Michels ein Kriminalhauptkommissar, mit Barbara Engel-Ries eine Theologin und mit Karl Biegel ein Wirtschaftsinformatiker auf den ersten "sicheren" - 16 Listenplätzen vertreten.