CDU will weiteren Schiffsanleger am Zurlaubener Moselufer
Trier · Eine zusätzliche Anlegemöglichkeit für moderne Personenschiffe am Zurlaubener Moselufer ist das Ziel einer CDU-Initiative. In der nächsten Stadtratssitzung wird sie beantragen, die Voraussetzungen für einen weiteren Steiger zu schaffen.
Trier. Fünf Anlegestellen für Passagierschiffe gibt es am Zurlaubener Ufer: Zwei für das Unternehmen Gebrüder Kolb (Undine II, Wappen von Trier), einen für die luxemburgische Princesse Marie Astrid sowie zwei, die vom Flusskreuzfahrten-Anbieter Viking River Cruises betrieben werden. Mitunter ist der Andrang so stark, dass Kreuzfahrtschiffe mit Ziel Trier im Ehranger Hafen vor Anker gehen müssen.
Das will die CDU-Fraktion ändern. Für die nächste Stadtratssitzung (17. November) hat sie einen Antrag eingereicht: Die Verwaltung soll die Voraussetzungen schaffen, um am Zurlaubener Ufer einen sechsten Steiger anlegen zu können, und Investoren suchen. Fraktionschef Ulrich Dempfle begründet diese Initiative mit dem "schlechten ersten Eindruck von Trier", die Bootspassagiere im Ehranger Frachthafen gewinne, und mit dem umständlichen Transfer: Wer Triers schönere Seite - zum Beispiel die Altstadt - sehen will, muss noch fast zehn Kilometer weit per (Charter-)Bus fahren.
Das entspreche weder den Vorstellungen von Urlaubsvergnügen noch sei es eine gute Visitenkarte für Deutschlands älteste Stadt. Also müsse am zentrumsnahen und pittoresken Zurlauben ein weiterer Steiger her, an dem "schwimmende Hotels" von 135 Metern Länge (Standardmaß) anlegen können.
Bei der Tourist-Information Trier (TIT) läuft die CDU offene Türen ein: "Dass Passagiere im Ehranger Hafen vor Anker gehen und auch dort auf ihrem Schiff übernachten, ist - gelinde gesagt - suboptimal", findet TIT-Chef Hans-Albert Becker (56). Auch er plädiert für eine zusätzliche Anlegemöglichkeit am Rande der Altstadt.
24 000 auf Trier-Tour
Welche Bedeutung der Wassertourismus für Trier hat, lässt sich nur grob schätzen, da diese Besucher in keiner städtischen Statistik auftauchen. Aber bereits die "Spitze des Eisbergs" spricht Bände: "2010 wurden 814 Stadtführungen mit durchschnittlich 30 Teilnehmern für Passagiere von Flusskreuzfahrten gebucht. Das waren zehn Prozent aller Stadtführungen", berichtet TIT-Mitarbeiterin Petra Becker (40). Und man darf auch getrost davon ausgehen, dass diese Besucher so manchen Euro im lokalen Einzelhandel und in der Gastronomie ausgeben. rm.