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Chaos wird nicht immer zu verhindern sein

Chaos wird nicht immer zu verhindern sein

Der Ausbau der Walramsneustraße und des Pferdemarktes in Trier ist in die heiße Phase eingetreten. In einer stark besuchten Bürgerversammlung haben Tiefbauamt und Stadtwerke die betroffenen Anlieger über die Einschränkungen der kommenden Monate informiert.

Trier. Bürgerversammlung zum Ausbau Walramsneustraße/Pferdemarkt: Der Rathaussaal Steipe ist voll besetzt mit betroffenen Anliegern, die den "Grausamkeiten" entgegensehen, die ihnen die Vertreter des städtischen Tiefbauamtes und der Stadtwerke (SWT) gleich auftischen werden. Fast vollständig erschienen ist der neue Ortsbeirat Trier-Mitte/Gartenfeld, der sich vorzeitig zu seiner konstituierenden Sitzung verabschieden wird.
Eric Krischel, Leiter der Bauabteilung, dankt für das das hohe Interesse und kündigt eine Präsentation des Projekts an. Krischel an die Zuhörer: "Vermutlich werden durch die Präsentation einige der Fragen, die Ihnen schon auf der Zunge liegen, beantwortet sein." Dann startet Bauleiter Eric Wolff die Vorstellung des insgesamt 1,9 Millionen Euro teuren Ausbauprojekts. Eine Mitteilung klingt den Anliegern dabei in den Ohren: Voraussichtlicher Abschluss der Arbeiten Mitte 2015 - das kann ein langes Jahr werden.
Die Präsentation führt durch die drei Bauabschnitte bis Mitte 2015. Deren Details waren schon Thema eines TV-Berichts vom 1. Juli. Die Vorarbeiten sind inzwischen abgeschlossen. Beginnen kann nun der erste Bauabschnitt mit dem halbseitigen Ausbau der Walramsneustraße (ab Dietrichstraße bis Einfahrt Trevirisparkhaus). Gleichzeitig gehen die SWT auf dem Pferdemarkt und im unteren Bereich der Bruchhausenstraße mit Kanal- und Leitungsarbeiten in die Tiefe. Dies erfordert den ersten einschneidenden Eingriff in den Verkehr: Für drei bis vier Monate ist die Durchfahrt von der Moselstraße zur Bruchhausenstraße unterbrochen. Es bleibt nur noch die Fahrt von der Moselstraße über die Behelfsspur auf der Walramsneustraße in Richtung Böhmerstraße.
Bei der anschließenden Aussprache stehen das Parkplatzproblem und die Erreichbarkeit der Anliegergrundstücke im Mittelpunkt.
Hinzu kommen Fragen zur künftigen Gestaltung der Straßen. Auch während der Bauzeit dürfte das Parken das beherrschende Thema bleiben, denn durch die Arbeiten fallen zahlreiche öffentliche Stellplätze weg. "Das lässt sich nicht vermeiden", erklärt Bauleiter Wolff und betont, dass in den ursprünglichen Planungen weitaus radikalere Lösungen vorgesehen waren.
Wie es mit der Anbindung über die Bruchhausenstraße aussehe, wollen die Vertreter des Seniorenzentrums Josefsstift wissen. "Was ist mit der Erreichbarkeit unserer Betriebe am Pferdemarkt?", fragen einige Gastwirte. Abteilungsleiter Eric Krischel versichert, dass planerisch vorgesorgt sei - niemand werde abgeschnitten, es werde allenfalls befristete Einschränkungen nach Absprache geben.
Die zeitweise Sperrung der Oerenstraße bereitet den dortigen Anliegern Sorge. Sie befürchten ein Chaos - und die Vertreter des Tiefbauamts können das nicht verneinen.
Bauleiter Wolff: "Erfahrungsgemäß wird in den ersten zwei bis drei Tagen ein Chaos entstehen, aber dann hat sich die Sperrung herumgesprochen und es tritt Ruhe ein." Zudem appelliert er an alle, die im Baustellenbereich neu eingerichteten absoluten Halteverbote zu beachten.
In den vergangenen Tagen habe man es noch mit Knöllchen bewenden lassen, "doch wir stehen unter Zeitdruck - wenn die Arbeiten voll im Gang sind, können wir keine Behinderungen dulden und werden gleich mit dem Abschleppwagen kommen müssen." Die Versammelten hören es und schlucken, aber die Einsicht ins Unvermeidliche überwiegt. "Es wird Probleme geben - und wenn das so ist, seien Sie kooperativ und sprechen Sie uns sofort an, damit wir auch für den Einzelfall eine Lösung finden."
Extra

Die Vorarbeiten sind abgeschlossen: Abbruch der Pflanzkästen und Verkehrsinseln auf dem Pferdemarkt, Bau einer provisorischen Wendeplatte in der Oerenstraße und einer provisorischen Ersatzfahrbahn auf dem oberen Abschnitt der Walramsneustraße. An Mittwoch, 10.30 Uhr, passierten die letzten Fahrzeuge aus Richtung Moselstraße den Pferdemarkt in Richtung Bruchhausenstraße. Dann schlossen sich Straßensperren. Der gesamte Verkehrsstrom aus der Moselstraße fließt nun zur Walramsneustraße, wo er sich auf nur einer Fahrspur mit dem Verkehr aus Deutschherren- und Oerenstraße mischt. Die Folge waren Staus in den verkehrsstarken Zeiten. Problematisch ist die Einmündung Neue Jakobstraße/Walramsneustraße. Die Ampeln dort wurden abgebaut und durch Vorfahrtsschilder ersetzt. Doch an diesem neuralgischen Punkt treffen sich der Durchgangsverkehr auf der Walramsneustraße, eine Busspur mit zwei Fahrtrichtungen, die Linksabbieger in Richtung Parkhaus/Stockplatz sowie eine kombinierte Parkhaus- und Tiefgaragenausfahrt. f.k.