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Chinesisches Generalkonsulat schickt Schutzanzüge für Trierer Feuerwehr

Kostenpflichtiger Inhalt: Coronavirus : Update: Generalkonsul schickt Schutzkleidung – Vorrat könnte nun für drei bis vier Wochen reichen

Das chinesische Generalkonsulat in Frankfurt hat der Trierer Feuerwehr und dem Rettungsdienst 2000 dringend benötigte Schutzanzüge gespendet.

Es ist eins der größten Probleme der Corona-Krise: Stecken sich Sanitäter, Pfleger, Ärzte selbst an, können sie Patienten nicht mehr helfen. Der Rettungsdienst der Trierer Berufsfeuerwehr trägt daher Schutzkleidung, wenn er Menschen transportiert, die sich mit dem Virus angesteckt haben könnten. Neben einer Atemschutzmaske der Klasse FFP2 gehört dazu eine Schutzbrille und ein Ganzkörperanzug.

Während Masken und Brillen noch in – zumindest vorerst – ausreichender Menge bei der Feuerwehr vorhanden sind, ist es in den vergangenen Tagen bei den Schutzanzügen knapp geworden. Bei einem Telefongespräch zwischen Oberbürgermeister Wolfram Leibe und dem chinesischen Generalkonsul in Frankfurt, Congbin Sun, am vergangenen Montag nutzte Triers Stadtchef die Gelegenheit: „Herr Sun hat mich angerufen und gefragt, ob er uns unterstützen könne. Ich habe ihm den dringenden Bedarf unserer Berufsfeuerwehr nach Schutzanzügen geschildert.“ Nur eine Stunde später habe Sun mitgeteilt, wann die Schutzkleidung in Frankfurt zur Abholung bereits stehe.

Am Mittwoch fuhr der Löschzug Olewig, der für Logistikfahrten zuständig ist, an die Stadt am Main, um die wichtige Ware abzuholen, wie die Trierer Stadtverwaltung am Freitagmittag mitteilte.

Die Schutzanzüge der Klasse 4B sind partikel- und spritzdicht. Foto: Presseamt der Stadt Trier/Ernst Mettlach

  Die Schutzanzüge entsprechen der Sicherheitsklasse 4B und sind damit partikel- und sprühdicht. Kosten die Einweganzüge normalerweise etwa ab 1,50 Euro, ist der Preis in den vergangenen Wochen auf das Zwanzigfache und mehr gestiegen. „Die Preise sind horrend und die Anzüge in größerer Stückzahl zurzeit kaum am Markt erhältlich“, erklärt Feuerwehr-Pressesprecher Ernst Mettlach.

Die Suche und Beschaffung geeigneter Schutzanzügen ist in der derzeitigen Krisensituation offenbar sehr schwierig. Andreas Kirchartz, Chef der Trierer Feuerwehr, bestätigt: „Wir haben große Probleme, geeignete Lieferanten zu finden, deswegen ist diese Lieferung in einer kritischen Phase sehr wichtig.“

Die 2000 Anzüge sollen nun vor allem vom Rettungsdienst und – bei entsprechenden Einsätzen – der Feuerwehr verwendet werden. „Damit können wir in der nächsten Zeit unser Personal beim Einsatz entsprechend schützen“, sagt Kirchartz.

Wo und wie das chinesische Generalkonsulat die Schutzanzüge für die Trierer Berufsfeuerwehr so schnell organisiert hat, ist unbekannt. Foto: Presseamt der Stadt Trier/Ernst Mettlach

Bleibt die Zahl der Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdienst, bei denen die Schutzanzüge eingesetzt werden sollen, in den nächsten Wochen konstant, reichen die vom chinesischen Genralkonsul gespendeten 2000 Schutzanzüge übrigens für etwa drei bis vier Wochen. Nimmt die Zahl der Verdachts- und Infektionsfälle zu, entsprechend weniger lang.

„Die Mitarbeiter der Feuerwehr, die für die Beschaffung solcher Materialen zuständig sind, arbeiten hart daran, weiteren Nachschub zu organisieren“, erklärt Feuerwehrsprecher Mettlach. Alle Lieferanten und Möglichkeiten würden abgeklappert. „Beim Vorrat an Atemschutzmasken und Hand- und Flächendesinfektionsmitteln sieht es derzeit daher auch ganz gut aus“, berichtet Mettlach.

Woher das chinesische Generalkonsulat die Schutzanzüge so schnell organisisert hat, ist übrigens unbekannt. Das Konsulat war an seinem Sitz in Frankfurt am Freitagnachmittag nicht mehr für den Trierischen Volksfreund zu erreichen.

Triers Oberbürgermeister bedankt sich bei Generalkonsul Son für die schnelle und unkomplizierte Unterstützung. „Gute Zusammenarbeit zahlt sich gerade auch in schwierigen Zeiten aus“, sagte Wolfram Leibe.