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Christiane Horsch ist nicht mehr im Rennen

Christiane Horsch ist nicht mehr im Rennen

TRIER. Die Tage von Christiane Horsch (45) im Trierer Rathaus sind gezählt. Die Wirtschaftsdezernentin, deren Amtszeit am 31. März endet, hat sich nicht auf die Stelle des Baudezernenten beworben. Sie liebäugelt mit "einer anderen beruflichen Option in der Region Trier": Nach TV-Informationen will sie Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Neumagen-Dhron werden.

Am heutigen Dienstag will das städtische Presseamt mitteilen, wie viele Bewerberinnen und Bewerber es für die zum 1. Mai neu zu besetzende Stelle des Baudezernenten gibt. Fest steht: Noch-Wirtschaftsdezernentin Christiane Horsch zählt nicht dazu. Entgegen ihrer Ankündigung, auch nach dem Wegfall ihrer Stelle Dezernentin bleiben zu wollen (TV vom 9. Januar), hat sie sich anders entschieden und die Bewerbungsfrist für die Nachfolge von Peter Dietze, der am 30. April in den Ruhestand geht, verstreichen lassen. "Ich habe eine andere berufliche Option in der Region", sagt Horsch. "Diese Herausforderung reizt mich sehr, und ich trage mich ernsthaft mit dem Gedanken, sie anzunehmen." Offiziell will sie sich nicht dazu äußern, weil "ich bei denen im Wort stehe, die auf mich zugekommen sind und mich gefragt haben". Sich erklären will Christiane Horsch "frühestens am 2. Februar". Dieser Fingerzeig bestätigt zumindest indirekt ein in der Verbandsgemeinde Neumagen-Dhron kursierendes Gerücht: die Triererin sei heiße Anwärterin, bei der Bürgermeisterwahl am 1. April für die CDU anzutreten. Und just am 2. Februar findet ein Nominierungsparteitag der Christdemokraten statt. Dessen Entscheidung will sie wohl abwarten. Beworben hat sie sich noch nicht. Bisher hatte Christiane Horsch sich in der Öffentlichkeit immer nur zu der Frage geäußert, ob und wie eine Juristin ein Baudezernat effektiv leiten könne. Kein Wort fiel zum Kontext dieser Diskussion, zum Streit über den Text der Ausschreibung oder zur distanzierten Haltung der CDU Trier. Doch gestern fand Horsch deutliche Worte. "Ich habe feststellen müssen, dass man mich hier nicht haben will", sagte sie. "Das hat schon allein die erste Fassung der Ausschreibung gezeigt." Diese Fassung hätte den Kreis auf Bewerber beschränkt, die Stadtplanung oder Städtebau studiert haben - keine Chance für die Juristin Horsch. Erst nach heißen Diskussionen wurde das Anforderungsprofil erweitert. Das Fazit der Noch-Dezernentin: "Die Frage der Kompetenz ist in diesem Fall leider nicht so bedeutsam wie die der Parteipolitik." Der Trierer Liberale Karl-Josef Gilles, dessen Kandidatur bereits seit Wochen feststeht (der TV berichtete), geht nun mit Unterstützung der Neumagen-Dhroner FDP in den Wahlkampf. Der 56-jährige stellvertretende FDP-Fraktionschef im Trierer Stadtrat, der in Diensten des Rheinischen Landesmuseums Trier steht, wollte ursprünglich als Einzelbewerber antreten.