Christiane macht Mittag – im Zuppa in der Trierer Sichelstraße

Gastro-Kolumne : Christiane macht Mittag – im Zuppa in der Trierer Sichelstraße

Suppen wärmen Bauch und Seele, findet unsere Mittagskolumnistin. Besonders leckere gibt’s in der Zuppa-Suppenbar – die dazu auch noch durch Sympathie punkten kann.

Dem aufmerksamen Leser dieser Kolumne – die heute übrigens bereits zum 15. Mal erscheint – könnte aufgefallen sein, dass es schon zwei Mal Suppe gab. Und heute ein drittes Mal. Warum? Weil ich Suppen liebe!

Schon als Studentin habe ich mir für das Kochen von Eintöpfen in großen Mengen einen Schnellkochtopf gekauft. Einen sündhaft teuren – zumindest angesichts meines schmalen Studenten-Budgets. Aber schließlich war der Dampfkochtopf unserer Nachbarin Maria mal explodiert. Ein einschneidendes Erlebnis meiner Kindheit. Ein billiger Dippen – so heißen Töpfe in der Eifel – kam daher nicht infrage. Während es in anderen WGs bei Spieleabenden und ähnlichem das heute noch beliebte Studentenessen „Reis mit Scheiß“ gab, für das alles, was noch so im Kühlschrank rumlag, zu kreativen Soßen zusammengerührt wurde, kochte ich leckere Linsensuppen. Den Schnellkochtopf habe ich übrigens heute noch – nach 20 Jahren hat sich die Qualität bezahlt gemacht.

Im Zuppa in der Trierer Sichelstraße gibt’s täglich fünf Suppen im Angebot, mindestens eine davon vegan, mehrere vegetarisch und/oder laktosefrei. Auf der wechselnden Tageskarte stehen aber auch französische Rindfleischsuppen (5,60 Euro) oder deftige mexikanische Hackfleischeintöpfe (5,20 Euro). Wer eine breite Auswahl haben will, muss früh kommen. Weil die Suppen immer frisch gekocht werden und der Laden so beliebt ist, können später am Tag schonmal einige Töpfe leergegessen sein.

Mittags ist das kleine Zuppa meist gut gefüllt. Um den knappen Platz auszunutzen, finden sich dann oft Tischgemeinschaften zusammen mit Leuten, die sich vorher nicht kannten. Auch das macht die besonders nette Atmosphäre aus.

Ich entscheide mich für eine vegane Kürbis-Möhren-Suppe, zu der zwei Scheiben kräftiges, dunkles Sauerteigbrot und ein Apfel als Nachtisch serviert werden – das Ganze zum sehr fairen Preis von 4,70 Euro. Meine heiße Kürbis-Möhren-Suppe hat die richtige Bindung, nicht zu sämig, nicht zu flüssig. Die Süße der Möhren kommt gut heraus und harmoniert mit der deutlichen Schärfe, die von Chilis stammen dürfte. Serviert wird die leckere Suppe in hübschem Porzellan in dänischem Stil. Ein Tipp ist auch der hausgemachte Kuchen für gerade mal zwei Euro.

Gekocht und gebacken wird im Zuppa übrigens ohne künstliche Geschmacksverstärker.

Gut 12 Jahre nach seiner Eröffnung ist die Suppenbar längst kein Geheimtipp mehr. Trotz des großen Erfolgs hat die Inhaberin der Versuchung widerstanden, den Laden in größerem Stil aufzuziehen. Von mir erhält die tolle, individuelle Suppenbar dafür einen zusätzlichen Sympathiepunkt!