Christiane macht Mittag: Pacha Mama, Fahrstraße Trier

Kostenpflichtiger Inhalt: Restaurant-Check : Christiane macht Mittag - Heute im Pacha Mama in der Fahrstraße in Trier

Zum Auftakt ihrer neuen Gastro-Kolumne hat TV-Redakteurin Christiane Wolff sich das kleine mexikanische Restaurant Pacha Mama ausgesucht: Klassiker vom Burrito bis zum Taco stehen hier auf der Karte. Und saarländische Limonaden mit Kardamom, Waldmeister, Limette oder Minze.

Pachamama – so heißt in den südamerikanischen Andenländern die allgegenwärtige, über allem stehende Mutter der Erde. Und weil auch Götter Hunger haben, wird für die Pachamama wann immer es nur geht beim Essen ein Happs in die Natur geworfen oder ein Schluck aus dem Glas auf die Erde geschwappt.

Im Pacha Mama in der Trierer Fahrstraße habe ich dazu überhaupt keine Lust. Nicht nur, weil die Leute wohl komisch gucken würden, sondern weil meine Ensaladera und meine Orangen-Kardamom-Limonade viel zu lecker sind. Die Göttin muss hungrig bleiben.

Die Ensaladera, spanisch für Salatschüssel, wird in der Pacha-Mama-Karte als Bowl beschrieben. Bowls, bei denen die unterschiedlichen Bestandteile eines Gerichts sauber voneinander getrennt nebeneinander in einer Schüssel (englisch: Bowl) serviert werden, sind gerade sehr in in großstädtischen Soulfood-Läden. In Pacha Mama entpuppt sich die Bowl als eher kleiner Teller – der dafür aber gut gefüllt ist: Die ordentliche Portion Rindfleisch hat laut Karte die Nacht in rauchiger Würzsauce verbracht und lässt sich, weil zusätzlich langsam gegart, mit der Gabel zart zerteilen. Der Eisbergsalat mit Mais, Kidneybohnen, Kraut und Tomatenstückchen ist schön frisch und kühl, der eher einfache Rundkornreis locker und körnig.

Auf der Speisekarte stehen außerdem Klassiker: Burritos, Enchiladas, Ensaladas, Quesadillas und Tacos für 7,50 Euro bis 8,50 Euro. Kleine Portionen kosten je einen Euro weniger. Alle Gerichte können als Fleisch- oder Gemüsevariante bestellt werden. Mit zartem Rind oder Kräuter-Limetten-Hühnchen, gedämpftem Saisongemüse oder karamellisierten Süßkartoffeln.

Das Pacha Mama ist einfach, aber liebevoll eingerichtet. Für die etwas kippeligen Stühle auf der Terrasse entschädigt die Herbstsonne, die in diesem Teil der Fahrstraße zu erhaschen ist.

Zumindest, wenn viel los ist – zur Rush-Hour am Mittag etwa – bestellen die Gäste direkt an der kleinen Theke, von der aus ein Blick in die offene Küche möglich ist. Als weniger Betrieb ist, nimmt der freundliche und gut gelaunte Kellner die Bestellungen aber auch gerne am Tisch auf und erklärt geduldig Mal um Mal den Unterschied zwischen Quesadillas (Weizentortillas) und Enchiladas (Maistortillas).

Von den vier Saucen – mild, rauchig, scharf-fruchtig und scharf-scharf –, die jeder Gast zum Nachwürzen auf den Tisch gestellt bekommt, träufele ich vorsichtig jeweils ein paar Tropfen auf meine Nacho-Chips. Zumindest von der schärfsten Sauce kann Pachamama dann doch gern etwas abhaben – für meinen europäischen Gaumen sind es ein paar Grad Scoville zu viel.

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