Christoph Grimm will Malu Dreyer

Christoph Grimm will Malu Dreyer

Malu Dreyer ist die Favoritin von Ex-Landtagspräsident Christoph Grimm für die Nachfolge von Ministerpräsident Kurt Beck. Der frühere Landtagsabgeordnete Alfons Maximini (Konz) plädiert für Innenminister Roger Lewentz.

Trier/Trier-Saarburg. Sehr nachdenklich wirkte Kurt Beck in der ARD-Dokumentation "Schlachtfeld Politik", die am Montag ausgestrahlt wurde, über innerparteiliche Machtspiele. "Das verfolgt einen ein Leben lang", kommentiert der Ministerpräsident darin die Intrigen der SPD-Bundesparteispitze, wegen derer er im September 2008 von einem auf den anderen Tag den Entschluss fasste, als Parteivorsitzender zurückzutreten.
Gut dreieinhalb Jahre, eine verlorene Bundestagswahl und eine nur knapp gewonnene Landtagswahl ist das her. Dazu die Nürburgringaffäre. Dass Beck bis zum Ende der Legislaturperiode 2016 als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und als SPD-Landesvorsitzender durchhält, danach sieht es zurzeit nicht aus.
In Mainz laufen bereits innerparteiliche Gespräche, wer auf den seit 18 Jahren regierenden Landesfürsten folgen könnte. Zu den gehandelten Kandidaten gehören Innenminister Roger Lewentz, Fraktionschef Hendrik Hering, Bildungsministerin Doris Ahnen und Justizminister Jochen Hartloff (der TV berichtete). "Für mich gibt es allerdings noch eine Fünfte: Malu Dreyer", sagt Christoph Grimm, ehemaliger Landtagspräsident und langjähriger Vorsitzender der Trierer Sozialdemokraten. Die Sozialministerin sei fachlich und menschlich die beste Kandidatin, betont der Trierer. Der gesundheitliche Zustand - Dreyer leidet an Multipler Sklerose - sei so gut, dass sie ihr sehr arbeitsreiches Ministerium souverän leiten könne. "Dann schafft sie auch den Job als Ministerpräsidentin", ist sich Grimm sicher. Dreyer selbst war gestern in Berlin in Sitzungen und für den Volksfreund nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Der Trierer SPD-Vize Markus Nöhl erklärte auf TV-Anfrage: "Frau Dreyer ist fraglos eine herausragende Politikerin - aber mit ihrem Ministeramt sehr zufrieden."
Für das Konzer Kreistagsmitglied Alfons Maximini ist Innenminister Roger Lewentz der geeignete Nachfolger für Beck. "Er ist eloquent, überzeugend, hat Sachkenntnis und hat das politische Geschäft von der Pike auf kennengelernt." Als Landtagsabgeordneter hat Maximini den Ministerpräsidenten fünf Jahre aus nächster Nähe erlebt. Er kann sich gut vorstellen, dass der stressige Job seinen gesundheitlichen Tribut fordert. "Sowas bleibt nicht in den Kleidern stecken." Er habe einen Favoriten, wolle den aber nicht nennen, sagt der SPD-Bundestagsabgeordnete Manfred Nink. Den Zeitpunkt, jetzt über die Nachfolge von Beck zu diskutieren, hält er für verfrüht, "es sei denn, er wäre ernsthaft erkrankt". Dass die Kandidatenfrage zunächst im kleinen Kreis und nicht öffentlich diskutiert wird, findet die Kreisvorsitzende Katarina Barley in Ordnung. "Wir stehen noch ganz am Anfang und warten hier erst mal die Signale aus Mainz ab."

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