Cirener lobt Schröer

TRIER. Der scheidende Stadtwerke-Geschäftsführer Martin Cirener macht ausschließlich private Gründe für seinen angestrebten Wechsel nach Krefeld geltend. Differenzen mit Oberbürgermeister Helmut Schröer habe es nie gegeben, versichert Cirener in einer Stellungnahme.

"Seit Beginn meiner Tätigkeit in Trier 2001 habe ich die Zusammenarbeit mit allen Gremien und besonders die mit OB Helmut Schröer als ausgesprochen vertrauensvoll und effektiv empfunden", schreibt Cirener. Die Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat, dem Stadtrat und mit OB Helmut Schröer sei "nicht durch Differenzen belastet. Wir arbeiten in jeder Hinsicht konstruktiv zusammen, und dafür möchte ich mich bei allen an dieser Stelle bedanken".Zeitung lichtet neues Führungsduo ab

Während Grünen-Sprecher Gerd Dahm angedeutet hatte, der Aufsichtsrat müsse über eine vorzeitige Vertragsauflösung erst noch befinden, steht für Cirener der Wechsel offenbar definitiv fest. In der Westdeutschen Zeitung (WZ), die in Krefeld erscheint, hieß es am Mittwoch: "Martin Cirener (42) und Dieter Steinkamp (43) übernehmen am 1. Juli 2004 das Steuer bei der Stadtwerke Krefeld AG." Die Zeitung lichtete das künftige Vorstandsduo bereits ab und lieferte Informationen über die beiden. Über Cirener hieß es unter anderem, er sei parteilos, bezeichne sich selbst jedoch als "CDU-affin". Cirener äußerte einerseits Bedauern über seinen Abschied, machte aus seinem Standpunkt jedoch keinen Hehl: "Es fällt mit sehr schwer, Trier zu verlassen, da ich hier stets eine sehr große Sympathie erfahren habe. Dennoch bitte ich um Verständnis darum, dass ich diese Entscheidung getroffen habe."Böhr: Suche nach Nachfolger schwierig

Wie geht es nun bei den Stadtwerken weiter? Der scheidende Geschäftsführer sieht das Unternehmen auf einem guten Weg und durch seinen vorzeitigen Abschied nicht aus der Bahn geworfen. Es sei in den vergangenen zwei Jahren gelungen, gemeinsam die Umstrukturierung und die Entwicklung neuer Geschäftsfelder erfolgreich in Angriff zu nehmen. Der gesamte Prozess sei bereits im Wesentlichen abgeschlossen. Cirener: "Ich bin davon überzeugt, dass bis zum nächsten Frühjahr/Sommer die weitere Umsetzung der Restrukturierung und die Regionalisierungsstrategie soweit voran geschritten sind, dass mein Nachfolger geordnete Verhältnisse übernehmen wird." Stadtwerke-Pressesprecher Andreas Wagner betont, er hätte gerne noch mit Cirener weitergearbeitet, doch im Haus herrsche die Ansicht vor, dass es auch ohne diesen irgendwie weitergehen werde. "Hier denkt keiner fatalistisch." CDU-Fraktionschef Christoph Böhr verhehlt indes nicht, dass ihm die Angelegenheit Sorge bereitet. "Cireners Ausscheiden bedeutet einen herben Verlust für uns. Es wird sehr schwer werden, einen geeigneten Nachfolger zu finden." UBM-Chef Manfred Maximini denkt ebenso. "Schon für Cirener war es keine leichte Aufgabe, in die Materie einzusteigen. Wer jetzt kommt, hat es noch schwerer."

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