city-initiative trier bekommt einen neuen vorsitzenden und verdoppelt park+ride-service

Stadtentwicklung : City-Initiative Trier will mobiler machen

Der Park+Ride-Service wird kräftig ausgebaut. Auch in den eigenen Reihen ist viel Bewegung: Gerd Guillaume hört nach vier Jahren als Vorsitzender auf. Vize Benno Skubsch steht für die Nachfolge bereit. Gewählt wird am 16. April.

 Wenn die Einkaufsstadt Trier einen Park+Ride-Service anbietet  – dann ist Advent. So die alte Faustregel. Die gilt aber ab diesem Jahr nicht mehr. Gleich an zehn Tagen verbinden die Gratis-Pendelbusse die Großparkplätze Hochschule Schneidershof (B 51), Messepark (B 49) und Trier-Nord (A 602) mit der Altstadt. Der erste P+R-Service wird bereits am 11. März zum verkaufsoffenen Sonntag im Rahmen des Ostermarktes angeboten. Weitere Termine sind die offenen Sonntage 29. April, 30. September und 28. Oktober, die vier Adventssamstage (1., 8., 15. und 22. Dezember) sowie der luxemburgische Nationalfeiertag (Samstag, 23. Juni) und Mariä Himmelfahrt (Mittwoch, 15. August).

Die City-Initiative Trier (CIT), die gemeinsam mit den Stadtwerken das Shuttlebus-Angebot organisiert, erhofft sich von der Mobilitätsoffensive einen in zweifacher Hinsicht positiven Effekt. „Zum einen eine spürbare Entlastung der Innenstadt-Straßen, aber auch ein psychologisch wichtiges Signal: Die Einkaufsstadt Trier ist stressfrei erreichbar“, so der CIT-Vorsitzende Gerd Guillaume.  Im Advent 2017 sei es „eine Zumutung“ gewesen, nach Trier zu fahren: „Baustellen auf allen Hauptzufahrtsstraßen! Dazu wirkte das alles völlig unkoordiniert. Jedenfalls war es nicht mit uns abgesprochen.“

Für die Zukunft wünscht sich die CIT mit ihren rund 180 Mitgliedsbetrieben (überwiegend Handel und Gastronomie), bei Projektplanungen mit eingebunden zu werden, „um die Erreichbarkeit Triers zu gewährleisten“.

Diese Zukunft wird Guillaume nicht mehr im Ehrenamt des Vorsitzenden, das er seit 2014 innehat, erleben. Der 55-jährige Inhaber zweier Bekleidungshäuser tritt bei der Jahreshauptversammlung am 16. April (19 Uhr, Kasino Kornmarkt) nicht mehr an. Er wolle „frischen Wind und neue Köpfe ermöglichen“. Ein potenzieller Nachfolger steht schon bereit. Der bisherige Vize Benno Skubsch (36), Manager des Einkaufszentrums  Trier-Galerie, kündigt seine Kandidatur an. Auch Schatzmeister Jürgen Poss (47) stellt sich, ebenso wie die drei Beisitzer, erneut zur Wahl.

Die personellen Veränderungen gehen mit einer klar definierten Erwartungshaltung ans Rathaus einher, wie Skubsch betont: „Wir wollen mehr Unterstützung und mehr Wertschätzung. Denn Trier lebt mit und vom Handel.“

Mit Unterstützung sei nicht (nur)  Geld gemeint. Die CIT plädiert für ein dynamisches Parkleitsystem,  ein P+R-Angebot möglichst an allen Samstagen im Jahr sowie eine innerstädtische Bus-Rundlinie („Shopping-Kultur-Shuttle“): „Shoppen, bummeln, den Tag genießen: Trier soll für all diese Belange bestens gerüstet sein.“ Dazu gehöre auch, dass sich der Lieferverkehr an die vorgegebenen Zeiten halte und die Stadt rigoros gegen Falschparker vorgehe.

Neu im CIT-Veranstaltungsprogramm  ist das Festival „Grill in the City“ am 9. Juni auf Hauptmarkt und Kornmarkt. Überhaupt wird der Kornmarkt mehr in den Fokus gerückt: Bei der 14. Auflage des Ostermarktes (8. bis 11. März)  werden dort acht Holzhäuschen stehen. Auf dem Hauptmarkt bleibt es beim Pagodenzelte-Look. Für das Markt-Angebot sorgen 40 Händler und Gastronomen.

Zum Karl-Marx-Jahr hat die CIT neue Schaufenster-Aufkleber kreiert. Darauf werden auch Gäste aus China in ihrer Landessprache in Trier willkommen geheißen.

Meinung

Klappern gehört zum Handwerk

City-Initiative – das ist beileibe nicht nur der Händlerclub, der die verkaufsoffenen Sonntage organisiert. Es ist auch der Verein, der viele Events in die Fußgängerzone bringt: Trier spielt, Wine in the City oder nächste Woche der Ostermarkt: alles Zugnummern mit Strahlkraft bis nach Luxemburg und Belgien. Und das alles realisiert mit vergleichsweise wenig Geld. 250 000 Euro (knapp ein Drittel davon aus dem Stadtsäckel) umfasst das CIT-Budget, eingeschlossen die Kosten für das Geschäftsstellen-Personal. Deshalb ist es völlig in Ordnung, wenn der Vereinsvorstand nun mehr Unterstützung und Wertschätzung fordert. Er sollte sich aber auch öfter bemerkbar machen und seine Forderungen und Angebote klar und deutlich artikulieren. In den letzten Jahren kam in dieser Hinsicht eher wenig.

Karl Marx lässt grüßen: Die City-Initiative Trier (hier Geschäftsstellen-Leiterin Jennifer Schaefer) heißt neben dem Stammpublikum auch chinesische Gäste willkommen. Foto: Medienhaus Trierischer Volksfreund/Roland Morgen

r.morgen@volksfreund.de

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