City-Initiative will WM-Sonntage

City-Initiative will WM-Sonntage

TRIER. Die City-Initiative Trier will zwei verkaufsoffene Sonntage samt Rahmenprogramm während der Fußball-WM organisieren (11. Juni und 2. Juli). Die Genehmigung ist Sache der Aufsichts- und Dienstleistungs-Direktion Trier (ADD), die ihre Entscheidung voraussichtlich bis Ende kommender Woche treffen wird.

Erst ausgiebig diskutieren und abwägen, dann abstimmen: Die rund 50 Teilnehmer der Versammlung der City-Initiative am Donnerstagabend im Ramada-Hotel machten sich die Meinungsbildung über ausgeweitete Ladenöffnungszeiten während der Fußball-Weltmeisterschaft nicht leicht. Die Grundsatzfrage, ob den überhaupt Interesse und Bereitschaft bestünden, beantwortete die Versammlung mit einer Zweidrittelmehrheit relativ eindeutig. Zur Detail-Abstimmung stand dann eine ganze Palette von Varianten zwischen ausschließlich einem "Midnight-Shopping" (Freitag, 16. Juni, geöffnet bis 24 Uhr) und der Maximallösung zweier verkaufsoffener Sonntage am 11. Juni und 2. Juli plus "Midnight-Shopping". Die gleiche Stimmenzahl für "zwei Sonntage plus Freitag" und "zwei Sonntage ohne" machte schließlich eine Stichwahl erforderlich, in der sich die "Nur sonntags"-Befürworter durchsetzten. Auf der Basis dieses Votums beantragt die City-Initiative bei der ADD nun die Genehmigung der Sonntagsöffnung am 11. Juni und 2. Juli jeweils von 13 bis 18 Uhr - unter der Bedingung, dass diese zusätzlichen Sonntage auf der Basis des Ladenschlussgesetz-Paragraphen 23 (Ausnahmen im öffentlichen Interesse) genehmigt werden und damit nicht etwa den Mantelsonntag gefährden. Doch in diesem Punkt zeigt sich City-Initiative-Vize und Karstadt-Chef Thomas du Buy optimistisch: Das Landesarbeitsgericht habe im Rahmen eines Schlichtungsverfahrens zwischen Karstadt-Betriebsrat und Geschäftsführung bestätigt, das Warenhaus könne am 11. Juni und 2. Juli öffnen, sofern die City-Initiative diese Tage wolle und die ADD zustimme. Die Befürworter der verkaufsoffenen Sonntage Nummer 5 und 6 dieses Jahres in Trier argumentierten mit der "großen Chance", zusätzlichen Umsatz zu erzielen und Trier als "weltoffene Stadt" zu präsentieren. Die Region werde in der Fremdenverkehrs-Hochsaison "voller Touristen" sein. Skeptiker wie Interbook-Geschäftsführer Thomas Brausch verwiesen auf zugkräftige Parallelveranstaltungen. "Happy Mosel" am 11. Juni, verkaufsoffener Sonntag in Luxemburg am 2. Juli. Was die Warenhaus-Vertreter nicht als hinderlich empfinden und appellierten, Flagge zu zeigen: "Spielen wir doch unsere Vorteile aus und lassen wir die Luxemburger mit den Füßen abstimmen." Das "öffentliche Interesse", das der Ladenschlussgesetz-Paragraph 23 erfordert, will die City-Initiative mit familiengerechten und tragfähigen Events (Motto: "Trier im WM-Fieber") unterstreichen und dazu Partner wie die Europäische Kunstakademie mit ihrer "1000 Bälle"-Aktion mit ins Boot nehmen. ADD-Sprecher Michael Ziewers erklärte am Freitag auf TV-Anfrage, seine Behörde warte nun auf den Antrag der City-Initiative und wolle diesen dann schnell und unbürokratisch bearbeiten. Möglicherweise gebe es Ende kommender Woche Klarheit. Eine Genehmigung werde per Allgemeinverfügung erteilt. Einen Antrag der Stadt Schweich, an jedem WM-Sonntag sowie werktags bis 22 Uhr zu öffnen, hat die ADD abgelehnt: "kein öffentliches Interesse."