City-InitiativeTrier wählt Patrick Sterzenbach zum Vorsitzenden. Ein Beisitzer-Posten bleibt vakant.

Handel & Gastronomie : Neuer Chef ist „unbeschriebenes Blatt“

City-Initiative wählt Patrick Sterzenbach zum neuen Vorsitzenden. Ein Beisitzer-Posten bleibt vakant.

Nach nur gut einem Jahr ist die Amtszeit von Benno Skubsch als Vorsitzender der City-Initiative Trier (CIT) zu Ende. Der 37-jährige Manager der Trier-Galerie wechselt nach Berlin und übernimmt dort am 1. Juli die Leitung eines Shopping-Centers im Stadtteil Mitte. In der CIT-Jahreshauptversammlung am Montagabend im Kasino am Kornmarkt legte Skubsch nach der einstimmigen Entlastung des Vorstands sein Amt nieder und wurde unter großem Beifall verabschiedet. Einziger Kandidat für die Nachfolge: Patrick Sterzenbach. Patrick wer? „Ja, viele könnten sich wundern, warum gerade ich antrete. Unbeschriebenes Blatt in der CIT, noch nie im Vorstand gearbeitet“, gab der 50-Jährige freimütig zu. Aber er sei sicher, dass er das Amt „in einem sehr guten Team mit viel Spaß und erfolgreich“ bekleiden könne. Die Versammlung hatte keine großen Einwände. 28 der 33 Stimmberechtigten votierten für ihn. Es gab zwei Gegenstimmen und fünf Enthaltungen. Für den aus Köln stammendem Sterzenbach, der seine Händlerkarriere bei Karstadt begann, ehe er sich 1999 in Trier selbstständig machte, spricht auch: Er ist seit 20 Jahren CIT-Mitglied. Er betreibt drei Bekleidungsgeschäfte (Camp David, Soccx und Superdry) sowie gemeinsam mit seiner Frau Alexandra das Hotel Aulmann.

Laut Tagesordnung war noch ein weiterer Wahlgang vorgesehen, da seit dem Weggang von Knut Werle, Ex-Geschäftsführer von Karstadt Trier, vor einem Jahr ein Beisitzerposten im siebenköpfigen Vorstand vakant ist. Die Abstimmung fiel mangels Masse aus – es hatte sich kein Bewerber gefunden. Die Ergänzungswahl soll nun in der 2020er Versammlung stattfinden. 2021 steht die nächste reguläre Wahl des kompletten Vorstands auf dem Programm.

Bis dahin will die CIT, der rund 170 Mitglieder (vorwiegend Einzelhandels- und Gastronomiebetriebe) angehören, viel bewegen.

Vize Johannes Kolz (47) kündigte eine „Wir!“-Kampagne zur Stärkung der Identität an: „Jeder soll sehen können, dass wir es sind, die mit unserem ehrenamtlichen Engagement und unseren Mitgliedsbeiträgen Events wie Trier spielt oder Wine in the City möglich machen und die verkaufsoffenen Sonntage organisieren.“ Mitgliedsbetriebe erhalten auf Wunsch Beachflags (aufstellbare Werbefahnen) mit dem neuen „Wir!“-Logo. Kolz: „Und dann sollen die Nachbarn, die nur von uns profitieren, aber sich nicht einbringen. ärgern, dass sie noch nicht CIT-Mitglied sind.“

Zu bewährten und etablierten Veranstaltungsformaten sollen neue kommen. Eins davon ist die Aktion Trier liest, die am 12. Oktober Premiere feiert.

Ebenfalls in Planung: die Gestaltung von Sicherheitspollern aus Beton, im Volksmund auch „Dschihadistenblocker“ genannt, durch ausgewählte Künstler.

Ihre Ziele „mehr Menschen für die Einkaufsstadt Trier begeistern“ und, wie der neue Vorsitzende Sterzenbach es formulierte, „das Zusammenspiel von Kultur und Tourismus intensieren“, muss die CIT mit gewohnt kleinem Budget zu realisieren versuchen.

Der einstimmig verabschiedete Etat für dieses Jahr umfasst laut Schatzmeister Jürgen Poss rund 263 000 Euro. Größte Einnahmeposten sind die Mitgliedsbeiträge (rund 110 000 Euro) und ein städtischer Zuschuss von 71 375 Euro. Die Personalkosten für das Team der Geschäftsstelle in der Kaiserstraße 26 betragen rund 80 000 Euro.

Wenig Geld und große Vorhaben – das bedeutet, dass am manchen Ecken und Ende auf unpopuläre Weise gespart werden muss. So ist das im vergangenen Jahr noch in Erwägung gezogenem Comeback der Fashion Days (mit Laufsteg in der Sim) nun vorläufig kein Thema mehr. „Sie war unsere teuerste Veranstaltung und leider nicht refinanzierbar“, antwortete Beisitzer Georg Stephanus (55) auf eine Frage aus der Versammlung.

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