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Container für Erstaufnahme-Einrichtungen (Afa) in Trier und Hermeskeil

Corona-Pandemie : Container sollen Erstaufnahmen in Trier und Hermeskeil mehr Platz verschaffen

52 Menschen sind aus der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (Afa) in Trier in die Jugendherberge umgezogen. Aber wohl nicht für lange Zeit. Container sollen genutzt werden – auch in der Afa Hermeskeil.

() Offiziell ist die Trierer Jugendherberge aufgrund des Corona-Lockdowns derzeit geschlossen. Doch seit vergangenen Donnerstag ist wieder Leben in den Gebäudekomplex eingezogen. 52 Menschen, in erster Linie Familien und alleinreisende Frauen, leben nun dort. Sie sind von der knapp drei Kilometer entfernten Afa in der Dasbachstraße in ihre neue Residenz am Moselufer umgezogen.

Der Hintergrund: Corona. Der Umzug soll helfen, größere Sicherheitsabstände unter den Bewohnern zu ermöglichen. 441 Menschen leben noch in der Trierer Afa. Sieben von ihnen sind positivauf das Coronavirus getestet worden, wie Eveline Dziendziol, Pressesprecherin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion auf TV-Anfrage mitteilt. Der Umzug in die Jugendherberge (JH) ist laut Dziendziol relativ problemlos gelaufen. Die Bewohner seien positiv überrascht gewesen von ihrer neuen Unterkunft. Auch das Essen, so höre man, werde für gut befunden. Die Trierer Jugendherberge wurde im April 2018 wieder eröffnet, nachdem sie modernisiert und erweitert worden war. Mit 370 Betten ist sie die größte JH in Rheinland-Pfalz.

Jacob Geditz, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Jugendherbergswerks Rheinland-Pfalz/Saarland, sagt zur aktuellenNutzung: „Wir leisten gerne unseren Beitrag und helfen bei der Unterbringung. Wir waren schon seit November im Lockdown und fahren unseren Betrieb für die Gäste aus der Afa nun teilweise wieder hoch. Das betrifft zum Beispiel die Bereiche Verpflegung, Reinigung, Betreuung.“

Geplant ist laut Dziendziol, dass die Flüchtlinge zunächst nur bis 4. Januar in der Trierer Jugendherberge bleiben, eine Verlängerung sei möglich. Dies hänge auch mit den geplanten Containern zusammen. In Trier sollen Container für 200 Menschen aufgestellt werden und bis Mitte/Ende Januar in Betrieb gehen. Dann sei die JH nicht mehr nötig als Ausweichquartier. Laut Dziendziol sind die Abläufe für die Verantwortlichen einfacher zu organisieren, wenn die Flüchtlinge an einem Ort leben.

 In der Afa Hermeskeil gibt es laut der ADD-Sprecherin aktuell 13 Corona-Fälle. Die Betroffenen befänden sich in Quarantäne. Insgesamt sind dort derzeit 640 untergebracht. In Hermeskeil ist laut Dziendziol bereits eine Containeranlage für etwa 50 Menschen aufgestellt worden, die aber noch nicht genutzt wird. Die Pressesprecherin sagt: „Es wird in erster Linie versucht, innerhalb der Häuser Kapazitäten zu finden. Das ist von der Logistik her einfacher und für die Betroffenen auch schöner. Die Container dienen nur als Ausweichquartier, wenn nichts mehr geht.“

In allen vier Erstaufnahmeeinrichtingen für Asylbegehrende in Rheinland-Pfalz  hat es laut Ministerin Anne Spiegel mittlerweile Corona-Infektionen gegeben.