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Corona-Krise in Trier: Paulaner/Bagatelle und Törtchenmanufaktur sagen danke

Trier : Wertschätzung der leckeren Art

Von der Kanzlerin empfohlen und gleich beherzigt: Einfach mal Danke sagen – mit kostenlosem Essen und Törtchen für gute Geister im Corona-Stress.

Die Kühlhäuser sind voll, die Gaststätten aber leer. Was also tun mit verderblichen Lebensmitteln? Das Team vom Paulaner-Wirtshaus und dem Restaurant Bagatelle ist am Mittwochabend auf eine originelle Idee gekommen: „Lasst uns etwas für die Leute von Synlab machen“, schlug Christoph Kaiser, Küchendirektor beider Gaststätten vor – und lief damit offene Türen ein. Sowohl bei Chefin Carmen Thonet als auch bei dem medizinischen Labordienstleiter, der an seinem Sitz in der Trierer Feldstraße via Drive-in-Verfahren Corona-Tests vornimmt (der TV berichtete).

Ein Liefertermin war schnell vereinbart: Punkt 12 Uhr am Donnerstag standen Kaiser und Restaurantleiterin Justyna Borzyk bei Synlab auf der Matte – was gar nicht so einfach war.

Erst lotsten Mitarbeiter des Ordnungsamtes den Bagatelle-­Lieferwagen an der langen Auto-­Warteschlange der zum Test angemeldeten Patienten vorbei. Dann ging es über das Gelände von Mercedes Hess auf kurzem Weg zum Synlab-Nebeneingang.

Dort nahmen Geschäftsleiterin Elisabeth Schneider und Daniela Gabriele Seidler die Lieferung in Empfang: insgesamt 25 Drei-Gang-Menüs. Dabei wurde natürlich auf den Sicherheitsabstand geachtet.

Elisabeth Schneider sprach von einer „wirklich tollen Idee, dass wir auf diese Weise Wertschätzung erfahren. Die Kolleginnen und Kollegen vom Drive-in-Betrieb haben einen anstrengenden Job, und da tut es gut zu sehen, dass das auch draußen registriert wird.“

Normalerweise bereiten sich die Synlab-Beschäftigten ihr mitgebrachtes Essen in der Unternehmensküche zu. Die konnte diesmal kalt bleiben. Carmen Thonet: „Wir wollen mit unserer Aktion ein Zeichen setzen.

Wir beherzigen, was Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Ansprache erbeten hat, nämlich Danke zu sagen. Und wir hoffen, dass andere Gastronomen ähnliche Aktionen starten.“ Das Team von Paulaner/Bagatelle wolle weitermachen und im nächsten Schritt das Personal der Intensivstation eines Trierer Krankenhauses „kulinarisch unterstützen“.

Ebenfalls aus der Coronakrisen-Not ein Tugend gemacht hat die Törtchenmanufaktur Trier. „Unser Café in der Jakobstraße mussten wir ja leider schließen. Da haben wir unseren Frust in positive Energie umgewandelt, die verderbliche Ware verarbeitet und insgesamt rund 1350 Törtchen produziert für liebe Menschen, denen man in dieser schwierigen Zeit danken sollte“, berichtet Inhaber Christian Fritzen.

Dankbare Abnehmer der süßen Präsente wurden gefunden in Krankenhäusern, Arztpraxen, bei Stadtverwaltung, der Feuerwehr, Pflegern und Krankenschwestern. Und der Polizei.

Dort sei man allerdings zunächst skeptisch gewesen, sagt Fritzen: „Die haben wohl gedacht, wir würden etwas Gefährliches im Schilde führen.

Logo Mutmacher PRINT. Foto: TV/Schramm, Johannes

Aber eine Freundin von mir, die bei der Polizei arbeitet, konnte alles rasch aufklären und bestätigen, dass wir in bester Absicht kommen.“