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Corona und Prostitution in Trier - Kommentar zur Corona-Politik und Prostituiertenschutzgesetz

Kommentar : Zur Corona-Politik und Prostituiertenschutzgesetz: Politik hat das Gegenteil dessen erreicht, was sie wollte

Ein Großteil der Prostitution hat sich im Laufe des Corona-Lockdowns in die Illegalität verlagert. Unsere Redakteurin findet es schade, dass die Politik nicht weitsichtiger war.

So wünschenswert es vielleicht wäre, wenn Prostitution für immer aus der Welt verschwände. Eines sollte die Menschheit aus den vergangenen Jahrtausenden gelernt haben: Dieses Gewerbe lässt sich nicht verbieten. Tut man es doch – wie während des langen Corona-Lockdowns für die Branche  – dann werden die Dienstleistungen eben im Verborgenen angeboten. Außerhalb jeder Kontrolle. Im schlimmsten Fall unfreiwillig und ohne jegliche Schutzmaßnahmen.

Schon das (über?)ambitionierte Prostitutionsschutzgesetz hatte nach 2017 dazu geführt, dass es in der Region Trier, wo die Nachfrage wegen der Nähe zu Frankreich und Luxemburg außergewöhnlich hoch ist, immer weniger legale Bordelle gab. Im langen Lockdown hat sich das Geschehen dann komplett in die Illegalität verlagert. Und noch immer arbeitet ein Großteil der Frauen in diesen illegalen Strukturen – aus denen sie, wenn es Zuhälter gibt, ja  auch gar nicht so einfach wieder herauskommen.

So merkwürdig dies auch klingt: Gut, dass Freier nach dem Ende der Kontakterfassung jetzt wieder anonym ins Bordell gehen können. Das bietet auch Prostituierten die Chance auf eine Rückkehr in legale Strukturen, die ihnen mehr Sicherheit bieten. Ohne massive Kontrollen von Ordnungsamt und Polizei wird es aber kaum gelingen, der illegalen Prostitution in der Region Trier ein Ende zu setzen.

Traurig, wie sehr sich die Situation von Sexarbeiterinnen nun trotz (oder eher infolge) aller gut gemeinten politischen Absichten verschlechtert hat. Die Politik hat genau das Gegenteil dessen erreicht, was sie wollte.

k.demos@volksfreund.de