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Dafür gibt Schweich Geld aus

Dafür gibt Schweich Geld aus

Die Stadt Schweich hat ihren Investitionsplan für die Jahre bis 2020 vorberaten. Wunschprojekte gibt es kurz vor Weihnachten viele, vor allem will die Moselstadt in Baugebiete, die Verkehrsinfrastruktur und in die Sanierung des Altorts investieren.

Schweich. Die Investitionspläne, die derzeit in den Räten aufgestellt werden, laufen über einen Zeitraum von fünf Jahren. Mit ihnen signalisieren die Kommunen, wofür sie Geld ausgeben und Schwerpunkte setzen wollen. Im Gegensatz zu den Fünfjahresplänen, die früher in sozialistischen Staaten üblich waren und mit denen die Zentralregierungen meist unerfüllbare Vorgaben machten, sind die Investitionspläne relativ realistisch. Obgleich es auch hier vorkommen kann, dass Zuschüsse aus Mainz oder Berlin länger auf sich warten lassen als geplant.
Im Stadtrat von Schweich soll der Investitionsplan für die Jahre von 2016 bis 2020 am 15. Dezember beschlossen werden. Am Mittwochabend hat sich der Haupt- und Finanzausschuss schon mal mit dem Zahlenwerk befasst.
Die dicksten Brocken: Fast zwei Millionen Euro wendet die Stadt für die Isseler Baugebiete am Sportplatz und "Zur Kiesgrube" auf. Nächstes und übernächstes Jahr sollen hier mehrere Dutzend Baustellen entstehen. Den Kosten für Erschließung und Grunderwerb stehen Einnahmen von rund drei Millionen Euro durch Verkaufserlöse gegenüber.
An der Kita Lebenshilfe - der Rohbau wird derzeit an der Bahnhofstraße hochgezogen - beteiligt sich die Stadt mit einem Drittel: 833 000 Euro sind für 2017 im Investitionsplan veranschlagt. Fertigstellung soll Ende nächsten Jahres sein, ihren Betrieb soll die Kita im Januar 2018 aufnehmen.
Nach Mitteilung von Stadtbürgermeister Lars Rieger sollen die Container, die zur Kinderbetreuung im Isseler Kindergarten Angela Merici benötigt werden, noch bis Sommer 2018 dort stehen bleiben. "Falls wir doch noch vom Bedarf überrollt werden", sagt Rieger. Die Stadt Schweich (rund 8000 Einwohner) ist in den vergangenen Jahren insbesondere durch das große Baugebiet im Ermesgraben stark gewachsen.
Tief in die Tasche greifen wird Schweich auch für das Sanierungsgebiet "Alt Schweich". 2,1 Millionen Euro werden investiert, wobei über das Programm "Ländliche Zentren" 75 Prozent der Kosten als Zuschuss zurückfließen. In diese Maßnahme fällt auch der Abriss eines Hauses in der Bergstraße. Damit möglichst bald dort Parkplätze für Friedhofsbesucher entstehen, soll bei der ADD ein vorzeitiges Okay für den Abriss eingeholt werden.
Weitere Großprojekte sind der Endausbau des Gewerbegebiets Issel (800 000 Euro), der Ausbau der Schulstraße in Issel (520 000 Euro) und das Haus des Sports (700 000 Euro). Laut Stadtbürgermeister Rieger wird das Dusch- und Umkleidegebäude am Schulzentrum rund 100 000 Euro teurer. Aus energietechnischen Gründen müsse eine Photovoltaikanlage zur Warmwasserbereitung installiert werden.
Geld für Kreisel: Viele Geld wendet Schweich auf, um den Verkehr in geordnetere Bahnen zu lenken: Ausbau des provisorischen Kreisels am Ermesgraben bis 2019 (500 000 Euro, Ausbau Kreisel Bernhard-Becker-Straße/Isseler Straße bis 2020 (630 000 Euro), Zufahrt Bahnhof (600 000 Euro). Bei der Renaturierung des Merzbachs (620 000 Euro) kann die Stadt mit einer 90-prozentigen Förderung durch das Land rechnen.Meinung

Foto: (h_tl )
Foto: (h_tl )
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Weniger ist ehrlicher
Im Vergleich zu anderen Städten steht Schweich finanziell gut da. Die Verschuldung ist niedrig, die Stadt hat 1,75 Millionen Euro auf der hohen Kante. Doch eine Feder in die Luft blasen kann sie deshalb nicht. In den kommenden Jahren stehen große Projekte an, vor allem im Straßenbau und in der Stadtsanierung. Der Stadtrat tut gut daran, nicht auf allen Hochzeiten tanzen zu wollen. Es ist besser und gegenüber dem Bürger auch ehrlicher, wenige Schwerpunkte zu setzen, die dafür aber auch realistisch umzusetzen sind. Mit der Durchgängigkeit der Bonhoeffer-Straße und dem Bau weiterer Kreisel im Bereich Isseler Straße/Schlimmfuhren arbeitet die Stadt Teile ihres Verkehrskonzeptes ab. Das hilft, den bestehenden Verkehr zu regeln, erzeugt aber auch neuen. Wie kann der Individualverkehr in Schweich zurückgefahren werden? Das wird die größte Herausforderung werden. a.follmann@volksfreund.de