Danach ging der Punk ab

TRIER. (dse) Das Ladyfest ist ein Fest von Frauen für Frauen und Freunde, das seinen Ursprung in der zehn Jahre alten "Riot Girl-Bewegung" hat. Es greift Themen wie Gewalt, klassische Rollenverteilungen oder sexuellen Missbrauch auf und setzt sich kritisch mit dem "niedlichen Mädchenbild in Stiefeln und Röckchen" auseinander. Am Wochenende fand das Ladyfest erstmals in Trier statt.

Die Vorbereitungen dauerten drei Monate. Denn als die Idee, ein solches Fest zu organisieren, erst mal geboren war, sprach sich das in der Szene schnell rum. "Nach Hamburg und Berlin hatten wir erst Bedenken, ob so was im eher provinziellen Trier funktioniert", sagt Christina, eine der Organisatorinnen, "aber wir hatten so viele Anfragen von Bands und Gruppen, dass es viel größer wurde als ursprünglich geplant."Damit nicht zu viele Angebote parallel liefen und die Gäste nicht die Qual der Wahl hatten, wurde das Ladyfest auf fast zwei Tage ausgedehnt.Am Samstag standen tagsüber Workshops wie "Fahrrad reparieren", "Gestaltung von Plakaten und Prospekten" oder "Klettern" auf dem Programm. Daneben gab es Diskussionsrunden, Lesungen und Filmvorführungen. Außerdem hatten Christina und ihre Mitstreiterinnen für eine Ausstellung zum Thema "Eindeutigkeit von Geschlechterdarstellungen" gesorgt.Ab 20 Uhr ging im benachbarten Exil im wahrsten Sinne des Wortes der Punk ab. Auf der Bühne standen die Gruppen "Amtrak", "Boonaraaas", die "Push-ups" und Renate Wallert mit Elektro-, Pop-, Akapunk und Punkrock.Den Abschluss bildeten am Sonntag ein gemeinsamer Brunch und eine Lesung mit Britta und Anne.Ob es eine Fortsetzung in Trier gibt ist Christina im Moment nicht wichtig. "Ich finde es toll, dass sich der Gedanke ausbreitet", sagt sie. "Das zeigt, dass junge Frauen wirklich Dinge selbst machen und sich austauschen wollen."Eins ist allerdings jetzt schon sicher: Das Ladyfest hat ein Netzwerk aus künstlerisch, musikalisch oder handwerklich interessierten Gruppen begründet und es gibt konkrete Pläne für ein offenes Atelier.