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Ihre Meinung: Danke für gesprühte Botschaften

Ihre Meinung : Danke für gesprühte Botschaften

Soziales

Zum Bericht „Sexualisierte Sprache und pinkfarbene Schmierereien“ (TV vom 10. März):

„Schmierereien“ von „Narrenhänden“? Warum wird nicht über das eigentliche Problem Sexismus geschrieben? Es scheint gesellschaftlich nicht zu stören, überall männliche Geschlechtsteile an Wände gemalt zu sehen, aber geht es plötzlich um weibliche Geschlechtsteile, hört die Toleranz auf.

In Deutschland versucht jeden Tag ein Mann seine Ehefrau zu töten, jeden dritten Tag gelingt es. Der Mann wird immer noch als Maß aller Dinge genommen. Autos beispielsweise werden meist für Größe und Gewicht von Männern konzipiert. Wir leben in einer patriarchalen Gesellschaft, in der die Macht beim Mann liegt und Frauen unterdrückt werden.

Liebe Frauen, wie lange wollen wir uns noch anhören müssen, dass wir zu schwach und ungeeignet fürs Handwerk sind, dass wir uns nicht zu freizügig anziehen dürfen, weil wir sonst selbst Schuld daran sind, wenn ein Mann sexuell übergriffig wird, aber uns gleichzeitig auch anhören müssen, dass wir doch schon längst gleichgestellt sind?

Mich macht es so sauer und traurig, dass mir als Frau so oft (vor allem von Männern) abgesprochen wird, dass Sexismus heute noch ein großes Problem ist. Die gleichen Männer erzählen mir, dass sie nichts davon halten, wenn man sieht, dass Frauen keine BHs tragen. Das ist der unreflektierte Sexismus im Alltag, der noch immer in vielen Köpfen verankert ist und Tag für Tag geschieht!

Die gesprühten Statements in der Trierer Innenstadt machen mir jedenfalls Mut und geben mir Hoffnung. Ich fühle mich mit dem Thema nicht mehr alleine und bin den unbekannten Sprayer*innen sehr dankbar für die Botschaften. Und zu guter Letzt: Schön, dass neuerdings auch im Trierischen Volksfreund gegendert wird.