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Darf’s ein bisschen mehr sein?

Darf’s ein bisschen mehr sein?

Biewer soll schöner werden - so lautet das Credo des Ortsbeirats. Wie genau, darüber sind sich die Beiratsmitglieder noch unschlüssig. Das Ortsteilbudget 2017/18 soll jedenfalls zur Attraktivitätssteigerung genutzt werden. Baudezernent Andreas Ludwig sucht die Kommunikation mit dem Stadtteil.

Trier-Biewer. Biewer liegt geografisch eingeengt an der Mosel zwischen Bahnstrecke und Waldgebiet. Wenig zu bieten hat der kleine Stadtteil deshalb eigentlich jedoch nicht. Neben Gaststätten, Bäcker und Apotheke gibt es viele aktive Vereine sowie eine Grundschule.
Und doch fragte Otmar Cartarius (CDU) während der letzten Ortsbeiratssitzung: "Was hat Biewer jungen und auch alten Leuten zu bieten?" Kürzlich hat der Metzger seinen Laden und die Sparkasse ihre Filiale geschlossen. Es gibt auch kein Lebensmittelgeschäft mehr. Zur Ansiedlung eines Supermarktes oder Discounters ist der Ort zu klein.
Knapp 1900 Menschen leben in Biewer (2013) - dabei sind 60 Prozent älter als 40 Jahre. Der Ortsbeirat hadert mit der demografischen Entwicklung und ist sich noch unschlüssig, wie man jüngere Menschen von der Attraktivität des Ortes begeistern kann. Immer weniger junge Menschen kämen her oder blieben dort, so der Eindruck des Beirats. Zudem würden ortsengagierte Alte aussterben.
Doch die Attraktivität scheint nicht das einzige Problem zu sein, sondern vor allem auch der Mangel an neuem Bauland, das im Stadtteil ausgewiesen werden kann - Platz für ein Neubaugebiet gibt es nicht. Ein Großteil der Häuser in Biewer liegt an beiden Seiten der Hauptstraße, die mit dem Bau der Umgehungsstraße verkehrsberuhigter werden sollte. Zufrieden ist der Ortsbeirat mit der aktuellen Verkehrssituation jedoch nicht. Trotz Maßnahmen wie Tempo 30 besteht weiterhin das Problem zu schnellen Verkehrs. Entgegen der schwierigen Suche nach Bauland ist für Dezernent Andreas Ludwig klar: Schwerpunkt müsse das Wohnen und die Integration der Menschen sein - "dass man sich wohlfühlen kann".
Darin sind sich auch die Beiratsmitglieder einig und fassen sich bei der Entwicklung an die eigene Nase. Ein hausgemachtes Problem sei, dass die lokale Infrastruktur von den Biewerern zu wenig genutzt würde - so etwa ein kleiner Einkaufsladen. Es liege an den Menschen im Ort selbst, die lokale Infrastruktur so zu unterstützen, dass diese langfristig einen Platz dort hat.
Nun will der Beirat das Ortsteilbudget 2017/18 nutzen, um die Infrastruktur zu verbessern. Jährlich sollen fast 15 000 Euro in Maßnahmen fließen, die den Ort attraktiver machen. Die genauen Maßnahmen sollen nach einer Begehung mit Baudezernent Ludwig beschlossen werden. Offen bleibt die Frage, ob den Biewerer Problemen mit Geld begegnet werden kann.