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Das Beste aus Omas Kartoffelküche

Das Beste aus Omas Kartoffelküche

Schniedcha, Stippcha oder Deppelappes: Gerichte nach Großmutters Art aus rund zwanzig Zentnern Kartoffeln haben die Gäste beim "Koseler Krompernfest" weggeputzt. Über den Erlös freut sich der Veranstalter, der Seniorenkreis sowie der Jugendring Kasel.

Kasel. Schniedcha (Kartoffelpuffer) brutzeln in der Riesenpfanne, Stippcha köcheln in siedend heißem Wasser, Teller werden mit Kartoffelklößen gefüllt: Rund um das Bürgerhaus in Kasel drehte sich bei strahlend blauem Septemberhimmel alles um die Kartoffel. "Am Tag vorher haben Seniorinnen und junge Frauen gemeinsam zwanzig Zentner Kartoffeln geschält", berichtete Paul Neumann, Vorsitzender des Jugendrings Kasel.
Das Miteinander der Generationen stand nicht nur bei der Arbeit, sondern auch beim Fest im Mittelpunkt, hatte es sogar erst möglich gemacht: Die 87-jährige Maria Scherf packte ebenso mit an wie die zehnjährige Marie Jakobs. Insgesamt wuselten 300 freiwillige Helfer eifrig an den Essens-, Getränke- und Bon-Ständen und in den Räumen im Hintergrund. Dort wurde permanent Kartoffelteig zu fingerdicken Stippcha gerollt, massenweise Speckwürfel für den Deppenlappes wurden angebraten, und im großen Saal reihte sich ein selbst gemachter Kuchen an den anderen.
"Es ist viel Arbeit", sagte Marga Blees (77). "Aber wir machen das sehr gerne", fügte sie hinzu. Hunderte von Menschen mit äußerst zufriedenem Gesichtsausdruck vor den vollen und leeren Tellern belohnten die Mühe. Franz und Isolde Petry etwa waren zu Fuß von Osburg nach Kasel gekommen. "Wir kommen jedes Jahr hierher und finden die Idee des Krompernfestes klasse", schwärmte das Ehepaar. Sie hatten sich die mit viel Liebe zubereiteten und günstigen Kartoffelgerichte schmecken lassen. Dazu servierten die Ruwertaler Winzerkapelle Kasel und der Männergesangverein ihre musikalischen Beiträge.
Vor genau zwanzig Jahren hatte der Kaseler Seniorenkreis gemeinsam mit dem Jugendring das beliebte Fest ins Leben gerufen. Einiges hat sich seit den Anfängen verändert: "Im ersten Jahr haben wir sieben Zentner geschält", sagt Neumann. Heute seien es 13 Zentner mehr. Geblieben ist nach wie vor, dass Alt und Jung das "Koseler Krompernfest" gemeinsam stemmen.
Dafür hatten die Akteure bereits 1996 eine Anerkennung aus Mainz erhalten: den ersten Generationenpreis des Ministerpräsidenten. Geblieben ist auch, dass der Erlös den Veranstaltern zugutekommt, damit die Senioren ihre Jahresplanung machen können und der Jugendring Ferienfreizeiten und kulturelle Veranstaltungen zu sozialverträglichen Preisen anbieten kann. "Damit alle teilnehmen können", sagte Neumann. Geblieben sind ebenfalls die Beliebtheit des Krompernfestes und die Garantie, dass gegen 19 Uhr alle Töpfe und Pfannen leer sind.