Das Betreuungsangebot für Vorschulkinder soll in Ehrang deutlich aufgestockt werden.

Kindergarten : Zusätzliche Fünf-Gruppen-Kita für Ehrang

Das Betreuungsangebot für Vorschulkinder soll in Ehrang deutlich aufgestockt werden. Doch bis dahin bleibt noch viel zu tun.

Wieder zu neuem Leben erweckt werden soll der ehemalige Ehranger Kindergarten „Unter Gerst“, Schulstraße 21. Der Bau am Hang neben der ehemaligen Grundschule befindet sich nach Jahren des Leerstands derzeit in einem traurigen Zustand. Das Obergeschoss – es umfasst etwa die Hälfte der Nutzfläche – hat die Stadt zurzeit an das Staatliche Studienseminar für das Lehramt an Grundschulen vermietet. Diese Einrichtung wird bald umziehen müssen – dann kommen die Bauhandwerker. Und die werden viel zu tun haben, um die Fast-Ruine in eine Kita mit fünf Gruppen umzuwandeln. Insgesamt hat die Stadt vorerst 3,2 Millionen Euro für das Projekt veranschlagt. Federführend bei der Planung ist das städtische Amt für Gebäudewirtschaft.

Vom Ortsbeirat wurde die Vorlage „Herrichtung einer Kindertageseinrichtung“ natürlich mit großem Wohlwollen aufgenommen. Der Anstoß dazu war nach einigem Hin und Her vom Jugendamt gekommen. Dazu Ortsvorsteher Bertrand Adams: „Wenn wir das als Ortsbeirat selbst gefordert hätten, wären wir ausgelacht worden.“

Der Hintergrund: In den drei bestehenden Ehrang-Quinter Kitas werden derzeit insgesamt 321 Betreuungsplätze angeboten. Dies entspricht aufgrund der Bevölkerungsentwicklung (demografische Daten zum 31. Dezember 2018) nicht mehr dem tatsächlichen Bedarf. Nach diesen Zahlen werden im Stadtteil 122 zusätzliche Plätze benötigt, was die Einrichtung einer weiteren Kita mit fünf Gruppen erfordert.

Wie Adams dazu erläuterte, war der städtischen Entscheidung für das Projekt 2018 eine gewisse Achterbahnfahrt vorausgegangen. 2017 hatte der Stadtrat im Grundsatz den Ausbau der Kindertagesbetreuung beschlossen. 2018 wurden ein Baubeschluss zur Sanierung und Umnutzung des Gebäudes Schulstraße 21 (Unter Gerst) vorbereitet und entsprechende Mittel in den Doppelhaushalt 2019/2020 eingeplant. Vorgesehen war nur ein Nebenstandort der bestehenden Kita St. Peter. Die Stadtratsvorlage flog allerdings wieder von der Tagesordnung. Stattdessen sollten auf Anregung des Dezernatsausschusses IV zunächst Alternativstandorte geprüft werden.

Dann, so Adams, sei es Anfang April 2019 zur Kehrtwende gekommen. Aus Sicht des Jugendamtes  sollte das Gebäude „Unter Gerst“, Schulstraße 21, doch für das erweiterte Betreuungsangebot hergerichtet werden. Nach Meinung des Amtes sei der Standort gut zu Fuß erreichbar für Familien, die im Bereich Ehranger Straße wohnen. Zudem könnten die umliegenden Stadtteile je nach Bedarf von der Kita profitieren.

Eine Machbarkeitsstudie zeige, das dort der Umbau zu einer Fünf-Gruppen-Kita möglich sei. Die im Vorentwurf kalkulierten Kosten von rund 3,2 Millionen Euro lägen unter dem Neubauwert und seien damit wirtschaftlich. Und entgegen der ursprünglichen Planung soll „Unter Gerst“ als eigenständige Kita in städtischer Trägerschaft und nicht als ausgelagerter Standort der Kita St. Peter entstehen.

Der Ortsbeirat stimmte der Vorlage einstimmig als Beschlussempfehlung an den Stadtrat zu. „Die demografischen Zahlen, die wir vor zehn Jahren präsentiert bekamen, stehen heute auf dem Kopf. Mit diesen 115 zusätzlichen Plätzen nehmen wir den Druck aus dem Kessel“, sagte Ortsvorsteher Adams. Etwas Bedenken wegen der Verkehrsanbindung in der engen Schulstraße hatte Beiratsmitglied Hans-Werner Knopp. Dazu Adams: „Ich bin schon von besorgten Anwohnern angesprochen worden. Die Parksituation wird sich dort jedenfalls nicht verbessern.“

Mehr von Volksfreund