Das Comeback der guten Laune

TRIER-OLEWIG. Na also, es geht doch! Die 58. Veranstaltungsauflage wird als eine der erfolgreicheren in die Annalen des Trierer Weinfestes in Olewig eingehen. Nach viel Wetter-Pech in den vergangenen Jahren hatten die Olewiger Winzer am Wochenende endlich wieder Grund zum Strahlen.

Die vollmundigen Ankündigungen von Schirmherr und Stadtwerke-Chef Olaf Hornfeck und Kulturdezernent Ulrich Holkenbrink ("Zum Fest wird die Sonne scheinen") bewahrheiteten sich. Wider Erwarten! Der Auftakt am Freitag drohte wie bereits der Krönungsabend für die neue Weinkönigin Ursula Bach zwei Tage zuvor in Regenschauern zu versinken. Doch pünktlich zum Feuerwerk bahnte sich die Trendwende am Himmel an: Beim viertelstündigen Pyrotechnik-Spektakel blieb es trocken. Um so feuchter dafür die Kehlen. Der große Andrang - allein der "Hauptkampftag" am Samstag dürfte an die 25 000 Besucher angezogen haben - bescherte den Betreibern von Rebensaft- und Bierständen Umsätze wie schon lange nicht mehr. Das Trierer Weinfest in Olewig, vielfach schon als Auslaufmodell angesehen, erlebte seine Renaissance. Wo 2005 Bibberkälte Publikum, Musiker und Gastro-Personal frustrierte, stimmten diesmal die Rahmenbedingungen. Die sich rasch verbreitende Kunde vom 2:0-Oberliga-Auftaktsieg der Trierer Eintracht trug ebenfalls zur kollektiven guten Laune bei. Ebenfalls äußerst stimmungsfördernd der Auftritt der saarländischen Band "Die Barmherzigen Plateausohlen" am Samstagabend auf der Hauptbühne im Klostergarten. Allerdings machen Sänger "Mischael Plateau" und seine sieben Musiker äußerst kräftige Show-Anleihen bei Guildo Horn. Rund 35 000 Euro haben die als Veranstalter fungierenden vier Olewiger Winzerbetriebe mit Unterstützung eines halben Dutzends örtlicher Gastronomen in die "Image-Veranstaltung für Wein, Olewig und Trier", wie es Winzerchef Peter Terges (53) nennt, investiert. Der Erfolg vom Wochenende tröstet über die Randerscheinungen hinweg, die in schlechteren Jahren immer wieder am Sinn des Weinfestes zweifeln lassen: Hunderte Jugendliche bringen Unmengen (alkoholischer) Getränke selbst mit, und am Ende eines jeden Festtages pflastern zerbrochene Flaschen und herausgerissener Blumenschmuck die Festmeile Olewiger Straße. Heute letzter Festtag

Die Polizei spricht von einer bisher "sehr friedlichen Veranstaltung". Besonderes Verkommnis: Ein erwischter alkoholisierte Autofahrer musste seinen Führerschein abgeben. Der heutige Abschlusstag des 58. Trierer Weinfests wird - wie beim Moselfest in Zurlauben - traditionsgemäß zu "Betriebsausflügen" genutzt. Ganze Bürobesatzungen und Firmenbelegschaften treffen sich zum gemütlichen "Feierabend-Wein" in Olewig.WEITERE FOTOS SEITE 24