Das Diakonische Werk bietet in Trier ein spezielles Angebot für die schwierige Phase nach dem Aufenthalt in einer psychosomatischen Rehaklinik.

Lebensberatung : Damit der Alltag nach der Reha klappt

Das Diakonische Werk bietet in Trier ein spezielles Angebot für die schwierige Phase nach dem Aufenthalt in einer psychosomatischen Rehaklinik.

Diagnose: psychosomatisch erkrankt. In einer Klinik für Rehabilitation – kurz Reha – lernen Patienten, Körper, Geist und Seele wieder in Einklang zu bringen. Und sie wissen, wenn etwa Ängste hochsteigen, sind Fachleute für sie da. Sie lernen Strategien kennen, um mit Gefühlen oder Verhaltensweisen, die das Leben so schwer und das Arbeiten unmöglich machen, umzugehen.

In einer psychosomatischen Reha-Klinik sind Patienten in einem geschützten Raum, wie Psychologen sagen. Schwierig wird es, wenn das Erlernte nach der Entlassung in den Alltag umgesetzt werden muss. Beispielsweise wenn es darum geht, in der Familie und im Job die eigenen Grenzen zu achten, Nein gegenüber dem fordernden Kollegen, dem Ehemann oder den Kindern zu sagen. Exakt in dieser Übergangsphase setzt Psy-Rena an – so heißt das noch recht junge Angebot des Diakonischen Werks der evangelischen Kirchenkreise Trier und Simmern-Trarbach. Psy-Rena leitet sich aus den Anfangssilben des Begriffs psychosomatische Reha-Nachsorge ab und gibt Patienten Sicherheit, damit sie nicht in alte Muster zurückfallen und schlimmstenfalls wieder erkranken.

„Das Angebot wird sehr gut angenommen“, sagt Soi Papanastasiou vom Diakonischen Werk. Die psychologische Psychotherapeutin leitet Psy-Rena einmal in der Woche. Was passiert in den Gruppensitzungen? „Es geht vor allem darum, praktische Tipps zu geben, sich immer wieder daran zu erinnern, was Wichtiges in der Reha gelernt wurde“, sagt Papanastasiou. Eigene Gedanken würden reflektiert, und Gemeinschaft und Austausch stärkten die insgesamt zehn Teilnehmenden. Der therapeutische Part bestehe unter anderem darin, Modelle wie das Stressmodell vorzustellen, zu erklären und zu schauen, was dies für den Einzelnen bedeute.

90 Minuten dauert eine Gruppensitzung. Die Kosten übernimmt die Deutsche Rentenversicherung auf Antrag, und Psy-Rena schließt den Besuch eines weiteren Therapeuten nicht aus. Ziel ist, dass die Rehabilitanden ihren Alltag nach einem Jahr alleine meistern.

Das Angebot werde als sehr unterstützend erlebt, sagt Papanastasiou. Eventuell wird eine zweite Gruppe eröffnet, denn das Diakonische Werk musste wegen der großen Zahl an Interessenten bereits eine Warteliste anlegen.

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