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Das Duell mit den Dom-Glocken

Das Duell mit den Dom-Glocken

Viel Musik lag in der Luft, als Oberbürgermeister Klaus Jensen gestern Abend "Er ist eröffnet" in die auf dem Domfreihof zuhörende Menge rief. Schlagersängerin Ingrid Peters musste danach ihre Stimme erheben, um gegen die läutenden Dom-Glocken anzukommen. Das tat der allgemein hervorragenden Laune keinen Abbruch.

Trier. Die offizielle Eröffnung des Trierer Weihnachtsmarkts hat traditionell einen nicht allzu ernsten Anstrich. Schließlich läuft der Markt bereits seit vergangenem Montag (der TV berichtete), weshalb niemand den Satz "Er ist eröffnet" besonders ernst nimmt.

Rathaus-Oberhaupt Klaus Jensen arbeitete auf der Domfreihof-Bühne mit vielen Superlativen, die man von Amtsträgern wie ihm erwarten darf. Trier hat einen der schönsten Weihnachtsmärkte Deutschlands, den schönsten gar - so soll es sein, so kann es bleiben.

Gemütlich, bunt, schöne Atmosphäre



Und die Besucher - die strömen von überall her nach Trier, sie kommen aus Australien und, das war eine besondere Betonung wert, sogar aus dem Saarland. Dem wunderschönen, ergänzte er. Das Publikum vermittelte in Mimik und Gestik kollektive Zustimmung.

Es hätte schließlich auch keinen Sinn, hier zu widersprechen und die Qualität des Trierer Weihnachtsmarkts in Frage zu stellen. Gemütlich, bunt, schöne Atmosphäre - nicht nur Klaus Jensen spricht vom schönsten Weihnachtsmarkt Deutschlands.

Die 95 Buden werden bis zum 22. Dezember zum regelmäßigen, in einigen Fällen sogar täglichen Treffpunkt vieler Trierer und ihrer Gäste.

Stichwort Gäste - der Stargast der Eröffnung kam aus dem vorhin erwähnten Saarland. Ingrid Peters, die bunte und glitzernde Markt-Optik im knallgelben Parka schön ergänzend, betrat die Bühne, nachdem die Kyllspatzen der Grundschule Ehrang mit Verve, Esprit und Können Weihnachtslieder präsentiert hatten, die man nicht jeden Tag hört. Die Dom-Glocken ließen die Kinder in Ruhe singen, Ingrid Peters jedoch nicht. "Weiß jemand, wie lange die läuten?", fragte sie das erheiterte Publikum. Doch es ging auch so. Die Schlagersängerin, die 1976 mit "Komm doch mal rüber" ihren ersten Titel aufgenommen hatte, verschaffte sich trotz Glocken Gehör und Sympathie.