Das Ende einer Problemzone: Stiftung peppt Bürohaus Ecke Stresemann-/Brückenstraße in Trier auf

Trier · Die Tage des unansehnlichen Bürohauses an der Ecke Brücken-/Stresemannstraße sind gezählt. Die Günther-und-Käthi-Reh-Stiftung verpasst dem 45 Jahre alten Gebäude eine Generalsanierung und ersetzt die Pavillons durch einen Weingarten. Auf einen mehrstöckigen Neubau als große Lösung verzichtet die Stiftung.

Das „Rote Haus“ in der Stresemannstraße wird umgebaut und saniert und der Pavillon abgerissen. An seiner Stelle entsteht ein Weingarten. Auf einen zunächst geplanten Neubau (Ansicht rechts) verzichtet der Investor. TV-Foto: Roland Morgen, Visualisierung: Manfred Müller und Partner Architekten BDA

Foto: roland morgen (rm.) ("TV-Upload morgen"

Trier. Das Problemzonen-Image des Gebäudes an der Gabelung von Stresemann- und Brückenstraße resultiert weniger aus der Allerweltsarchitektur von 1970 an exponierter Stelle. Hauptärgernis ist vielmehr die offenbar magische Wirkung, die der Pavillonanbau und seine Nischen auf Menschen ausüben, die gerne und reichlich Alkohol im Freien konsumieren und reguläre Toiletten gar nicht erst aufsuchen, da zu weit entfernt. Jetzt hat das kollektive Dauergelage an dieser Stelle ein abruptes Ende gefunden. Das sogenannte "Rote Haus" ist Baustelle. "Wir haben mit der Grundsanierung begonnen", bestätigt Klaus Frank (57), Leiter der Immobilienabteilung der Günther-und-Käthi-Reh-Stiftung. Und im Zuge der Sanierung werde auch der Pavillon verschwinden.

Alles in allem kein neues Vorhaben: Der TV berichtete bereits am 26. Februar 2013 von den Sanierungsplänen der Reh-Stiftung. Was jetzt Realität wird, entspricht allerdings einer kleinen Lösung.
Jahrelang hatte die Stiftung mit der Stadt über einen knapp 17 Meter hohen, futuristischen Neubau anstelle des Pavillons verhandelt und schließlich grünes Licht vom Architektur- und Städtebaubeirat dafür erhalten. Doch der von Architekt Manfred Müller (61) geplante "städtebaulich markante, skulpturale Akzent" bleibt Utopie. "Wir verzichten aus wirtschaftlichen Gründen auf den neuen Anbau", erklärt Frank. Sprich: Es gibt keine Mietinteressenten.
Für das "Rote Haus" und seine rund 400 Quadratmeter Büroflächen in den Obergeschossen hingegen stehe die Reh-Stiftung in "aussichtsreichen Mietverhandlungen".

Der Mieter für das Erdgeschoss steht bereits fest: Otti Büsching (69), Betreiber des Weinhauses gleich nebenan in der Brückenstraße - ebenfalls eine Reh-Immobilie -, wird seinen Betrieb um eine Vinothek vergrößern und auch Nutznießer der durch den Verzicht auf den Neubau entstehenden Freifläche an der Stelle des jetzigen Pavillons: Dorthin soll die Außenterrasse des Weinhauses expandieren. Die umfasst künftig etwa 70 Plätze - doppelt so viele wie bisher. Zur Straße hin wird der Weingarten durch eine "ansehnlich gestaltete, gerade Mauer" getrennt. Nischen werde es keine mehr geben, versichert Frank.

Zwei Millionen Euro investiert die Günther-und-Käthi-Reh-Stiftung in ihr Umbau- und Sanierungsprojekt, das auch eine barrierefreie gemeinsame Toilette für Weinhaus und Vinothek im Erdgeschoss sowie eine 80 Quadratmeter große Wohnung im Dachgeschoss beinhaltet. Die Bauarbeiten gehen diese Woche in die Vollen. Bereits in den kommenden Tagen soll der Pavillon verschwinden. Die Fertigstellung ist für Frühjahr 2016 vorgesehen; die Vinothek soll möglichst bereits Ende dieses Jahres eröffnen.