1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Das Fanprojekt des Exhauses unterstützt junge Fußballfans der Trierer Eintracht in allen Lebenslagen.

Fußball : Ein starkes Duo für den Trierer Fußball

Das Fanprojekt des Exhauses unterstützt junge Fans der Trierer Eintracht in allen Lebenslagen.

„Für uns hat das Fanprojekt eine besondere Stellung. Wir sind sehr glücklich über die konstruktive und faire Vermittlung zwischen Fan- und Vereinsinteressen durch das Projekt und schätzen auch die soziale Komponente als Anlaufstelle für die Fans“, erklärt Niklas Stilz, Pressesprecher von Eintracht Trier.

Die drei Mitarbeiter Markus Ankerstein, Lukas Keuser und Katja Morneweg versuchen gezielt durch Streetwork und andere Formen der Jugend- und Sozialarbeit, die Fanszene als einen sicheren und positiven Ort der Jugendkultur zu erhalten und weiter zu fördern. Dabei stellt die Grundlage für das Projekt die enge Kooperation mit dem Verein und der Fan-Szene dar.

Das Anliegen des Fanprojekts ist es, präventiv auf Gewalt, Intoleranz und Rechtsextremismus zu reagieren und bestehende Strukturen abzubauen. Dafür wird auch ein kostenloses Zivilcouragetraining angeboten, das der Unkultur des Wegschauens im und um den Fußball kontern soll. Zum Programm gehören ebenfalls Möglichkeiten der Freizeit- und Wochenendgestaltung, die „einem pädagogischen Anspruch“ gerecht werden sollen, so Diplom-Sozialpädagoge Markus Ankerstein. Im Mai findet beispielsweise eine Fahrt zur KZ-Gedenkstätte Neuengamme, gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie Leben“, statt sowie ein geführter Stadtrundgang durch Trier in Kooperation mit der AG Frieden. Beide Veranstaltungen stehen im Kontext von Nationalsozialismus und dem (Fußball-)Sport. Auch eine Fahrt zum DFB-Pokalfinale mit zugehörigem Amateurfußballturnier als überregionale Verknüpfungsmöglichkeit mit anderen Fußballfans wird angeboten.

Ausgelegt ist das Projekt auf die Zielgruppe der 14- bis 27-Jährigen, doch bleibt kein engagierter Eintracht-Fan außen vor.

Die Räumlichkeiten des Exhauses waren für viele Jahre Anlaufpunkt der Trierer Fanszene. Dort stimmten sich die Fans auf die Spiele der Eintracht ein und konnten im Vorfeld ebenfalls Spruchbänder und Choreographien vorbereiten. Das Exhaus wurde allerdings im Februar völlig überraschend aufgrund gravierender Baumängel geschlossen (der TV berichtete). Ein Ausweichquartier konnte in der ehemaligen Geschwister-Scholl-Schule unweit des Moselstadions gefunden werden. Die alltägliche Arbeit kann daher in den neuen Räumlichkeiten weitergehen: Dazu gehören neben individueller Einzelfallberatung auch ein offener Treff jeden Montag- und Donnerstagabend sowie Fantreffs vor und nach allen Heimspielen.

„Nichtsdestotrotz ist viel an Atmosphäre verloren gegangen“, findet Lukas Keuser. Die bunt gemischten Abende voller kultureller Begegnungen, die aufgrund unterschiedlichster Nutzer des Exhauses stattfinden konnten, sind jetzt nicht mehr möglich. Finanziell ist das Projekt aufgrund der Drittelfinanzierung durch die Stadt Trier, das  Land Rheinland-Pfalz und den Deutschen Fußballbund von der aktuellen Notlage des Exhauses nicht betroffen. Viel schwieriger gestaltet sich jedoch das Vorhaben, die Motivation der Fans während der „Überwindung der Oberligatristesse“ aufrechtzuerhalten, meint Lukas Keuser.

Im Sommer wird das Projekt bereits zehn Jahre alt. Das wird mit einer großen Projektwoche im September auch gebührend gefeiert. Neben diversen Lesungen sind auch einige Treffen mit der lokalen Sport- und Politprominenz sowie Vertretern der Fan-Szene geplant.

Für die kommenden Veranstaltungen sind noch wenige Plätze frei. Nähere Informationen auf der  Internetseite des Fanprojekts: www.fanprojekt-trier.de