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Das Finale der Industriepark-Erschließung

Das Finale der Industriepark-Erschließung

Die Versammlung des Zweckverbandes Industriepark Region Trier (IRT) hat am gestrigen Freitag in Föhren einstimmig den Jahreshaushalt 2010 beschlossen. Von den Investitionen her betrachtet ist es der letzte IRT-Haushalt, der durch die Erschließung des 110-Hektar-Geländes bestimmt wird.

Schweich. Die jüngste Haushaltssitzung in der Föhrener IRT-Verwaltung war von verhaltenem Optimismus geprägt sowie von dem unausgesprochenen Motto "Wir haben es geschafft!" Warum, erklärte Verbandvorsteher Christoph Holkenbrink, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wittlich-Land, in seinem Einführungswort. "Mit den für 2010 geplanten Investitionen sind wir am Ziel. Die komplette Fläche wird Ende 2010 für Industrieansiedlungen erschlossen sein", sagte Holkenbrink. Damit ende auch die Zeit der regelmäßigen hohen Investitionen und des verhältnismäßig hohen Schuldenstandes.

Holkenbrink: "Ab 2011 stehen wir vor unserer fertigen Infrastruktur. Unser Kerngeschäft ist dann die Vermarktung der Grundstücke, nicht mehr die Erschließung.

Ab 2011 ist Vermarktung das Kerngeschäft



Der für 2010 vorgelegte Haushalt sieht nochmals Investitionen von insgesamt rund 2,922 Millionen Euro vor. Der größte Ausgabeposten ist der fertige Ausbau des großen Erschließungsrings. Es handelt sich um einen Lückenschluss, der im Bogen die Europa-Allee im Westen mit dem bestehenden Kreisel im Süden des Kerngeländes verbindet.

Weitere Investitionen gelten einer kleineren Erschließungs-Stichstraße, Erweiterungen von Ver- und Entsorgungsleitungen, Gebäudeumbauten, Sanierungen und dem Ausbau des bereits angelegten Biotopen-Gürtels. Zur Ausfinanzierung ist eine Kreditaufnahme von rund einer Million Euro geplant. Abzuziehen sind geplante Tilgungsleistungen von rund 380 000 Euro. Der Schuldenstand wird damit zum Jahresende bei rund 13,27 Millionen Euro liegen.

Vor dem einstimmigen Haushaltsbeschluss zog Verbandsvorsteher Holkenbrink ein Fazit: Die Mitte der 90er-Jahre begonnene Erschließung geht dem Ende entgegen. Der IRT umfasst dann 110 Hektar erschlossene Fläche. 75 Hektar davon sind für kleine und mittlere Unternehmen vorgesehen. Diese Flächen sind bereits zu 67 Prozent verkauft oder auch schon bebaut. 35 Hektar bleiben zur Ansiedlung von Großbetrieben mit bis zu 20 Hektar Fläche "reserviert". Holkenbrink: "Mit bisher 101 angesiedelten Unternehmen und ihren 1600 Beschäftigten hat sich der IRT zu einem der regional bedeutsamsten Unternehmensstandorte entwickelt."

Weniger erfreulich ist die IRT-Anbindung an den Personennahverkehr: Nur am Abend und am Morgen gibt es Busanbindungen in und aus Richtung Trier und Wittlich. In der gestrigen Sitzung wurde nun das ernüchternde Ergebnis einer Bedarfsumfrage präsentiert: Ganze 76 Rückmeldungen von Beschäftigten aus 20 Betrieben lagen auf dem Tisch. Die meisten hatten sich dabei aber für eine bessere Anbindung ausgesprochen. Allerdings dürfte die große Mehrheit dem eigenen PKW den Vorzug geben. Grundsätzlich aber will der Zweckverband - schon im Interesse der Auszubildenden - die Idee einer besseren Busanbindung weiterverfolgen.

Meinung

Die Fakten sprechen für sich

Darf das Projekt des Industrieparks Region Trier schon heute als gelungen bezeichnet werden? Fakt ist, dass nach rund 15 Jahren die Erschließung endet. Und damit die Zeit des ständigen Kreislaufs zwischen Kreditaufnahme für den Ausbau und Tilgung durch Flächenverkäufe. Wo einst Kühe grasten, arbeiten heute täglich rund 1600 Menschen. Und die Tendenz ist weiter steigend. Sicher hätte die Entwicklung seit 2008 ohne die Wirtschaftskrise einen schnelleren Verlauf nehmen können. Doch auch in dieser Zeit der allgemeinen Stagnation und des Rückgangs wurde in Föhren von den Unternehmen weiter investiert. Ob sich allerdings in absehbarer Zeit Interessenten für die reservierten Großindustrieflächen mit bis zu 20 Hektar Betriebsfläche finden, wirkt in der derzeitigen Situation in der Tat sehr optimistisch. f.knopp@volksfreund.deExtra Der IRT: Mitglieder des Zweckverbands IRT sind die Landkreise Trier-Saarburg und Bernkastel-Wittlich, die Stadt Trier, die VGn Schweich und Wittlich-Land sowie die Ortsgemeinden Bekond, Hetzerath und Föhren. Die zum 5. Februar vorgelegte Eröffnungsbilanz des Verbandes weist eine Bilanzsumme von 25,96 Millionen Euro aus. Daran hat das Anlagevermögen mit 15,95 Millionen Euro oder rund 62,1 Prozent den größten Anteil. Insbesondere zur Finanzierung der fortlaufenden Erschließungstätigkeit für noch zu vermarktende Grundstücke beträgt der Schuldenstand rund 12,37 Millionen Euro. Das Bilanz-Eigenkapital als Differenz zwischen Vermögen und Schulden ist in dieser Aufbauphase mit rund 1,48 Millionen Euro (5,76 Prozent) noch gering. (f.k.)