Das Geschäft mit dem Geld läuft gut

Das Geschäft mit dem Geld läuft gut

TRIER. Zufriedene Gesichter bei der Sparkasse Trier: Das "Beste Ergebnis seit Bestehen" hat die Bank laut Vorstand im vergangenen Jahr erreicht. Hauptursache ist die starke Nachfrage nach Krediten, vor allem für den Wohnungsbau.

"Unseren Kunden geht es gut - und wenn es denen gut geht, geht es auch der Sparkasse gut", sagte Dieter Mühlenhoff, Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Trier, bei der Vorstellung der Jahresbilanz. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen ein gegenüber den Vorjahren deutlich verbessertes Jahresergebnis präsentiert. Das von 2005 allerdings ist das beste seit dem Bestehen der Sparkasse Trier, die 1995 aus dem Zusammenschluss der Sparkassen der Stadt Trier und des Kreises Trier-Saarburg entstand. Luxemburg belebt den Wohnungsmarkt

Gegenüber 2004 ist die Bilanzsumme um vier Prozent auf rund 3,3 Milliarden Euro gestiegen. Das Ergebnis sei zu einem großen Teil auf ein "gesundes und überdurchschnittliches Kreditwachstum", vor allem im Bereich Wohnungsbau-Finanzierung, zurückzuführen. Das Volumen dieser Kredite ist um 21 Prozent auf gut 200 Millionen Euro gestiegen. Einer der Gründe für die große Nachfrage nach Wohnungsbau-Krediten ist die Nähe zu Luxemburg. "Die Hälfte der Abschlüsse war mit Personen, die in Luxemburg arbeiten", sagte Mühlenhoff. "Das enorme Wachstum führt dazu, dass immer mehr Wohnungssuchende nach Deutschland ausweichen." Besonders beliebt für Neubauten seien somit die Obermosel-Region und Wohngebiete mit Autobahn-Anschluss in der Nähe. Das Geschäft in der Baufinanzierung angekurbelt hat auch der Ansturm vor dem Wegfall der Eigenheim-Zulage. Mühlenhoff: "Die Bundesregierung hilft uns immer wieder durch Entscheidungen." Auch den Firmen der Region geht es laut Sparkasse besser. Die Liquidität der Unternehmen sei deutlich gestiegen, kurzfristige Kredite würden weniger in Anspruch genommen. Die Gefahr, dass Kredite an Firmen platzen, bewertet die Sparkasse als gering. Der Aufwand für die Risikovorsorge liege fast bei null. "Auch die Firmen profitieren in enormem Umfang von Luxemburg", sagte der Vorstands-Chef. Gegenüber der enormen Zunahme bei Krediten sind die Anleger zurückhaltender gewesen. Um 0,8 Prozent sind die Einlagen der Kunden gewachsen, das sind 18,6 Millionen Euro. Damit liegt die Summe des angelegten Geldes bei knapp über zwei Milliarden Euro. Es sei gelungen, den "Abschmelzungsprozess" zu stoppen, sagte Mühlenhoff. Das Problem im Anlagebereich seien aber "Rosinenpickerbanken", die die Kunden mit vermeintlich günstigeren Angeboten als die Sparkasse lockten. Wichtigstes Produkt der Sparkasse im Anlagebereich sei das Zuwachssparen. Mit einem Bestand von 712 Millionen Euro sei es die "wichtigste Refinanzierungsbasis" für die Kredite.Neuwahlen beleben Aktiengeschäft

In Schwung kommt laut Sparkasse wieder das Wertpapiergeschäft. "Allmählich erreichen wir wieder die Dimension von 2000", sagte Mühlenhoff. Allerdings sei der Anteil der festverzinsliche Papiere deutlich höher, der der Aktien geringer. Trotzdem sei der Aktienmarkt lebendiger geworden. So sind die Wertpapierkäufe um 11,6 Prozent gestiegen, die Verkäufe um 25,9 Prozent. "Wertpapierjahre wie 2005 würde ich mir für die kommenden Jahre wünschen", sagte der Vorsitzende. Ursache für das lebendigere Aktiengeschäft sei unter anderem die Ankündigung der Bundestagsneuwahlen im vergangenen Jahr gewesen. Nicht besonders im Trend sei das, woran die meisten Menschen bei dem Namen "Sparkasse" als erstes denken: "Das klassische Sparkonto spielt nicht die Rolle in unserer Bilanz."

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