Das Gespräch suchen

Zu den Leserbriefen "Stimmungsmache" und "Unverschämtheit" (TV vom 29. und 30 Juni):

Es ist einmütiger politischer Wille aller im Rat vertretenen Fraktionen, den Ortskern aufzuwerten, attraktiv zu machen und damit einer Verödung der Dorfmitte entgegen zu wirken. Daher bemüht sich die Gemeinde Föhren seit 1994 darum, unnötigen Schwerlastverkehr aus dem Ort zu halten. Bereits vor der Mauteinführung hat die Gemeinde immer wieder darauf hingewiesen, dass, in Abwägung betrieblicher Interessen zur Wohnwertsituation und zur Lebensqualität, der mit viel Energie und hohem finanziellen Aufwand gebaute Autobahnanschluss am Industriepark genutzt werden soll. Die Frage von Herrn Weber, wie der Lastwagen-Verkehr von Föhren (Industriepark) zum Trierer Hafen fahren kann, beantwortet sich dann von selbst: über die Autobahn und die Moselbrücke bei Ehrang. Im übrigen habe ich, entgegen der Annahme von Herrn Weber, nicht nur persönlich mit der hiesigen im I-Park angesiedelten Firma gesprochen, sondern auch vor längerer Zeit angeschrieben und um einen freiwilligen Durchfahrtsverzicht des Ortes gebeten. Zum Thema Gewerbeförderung: die Gemeinde Föhren hat sich bislang durch Gewerbesteuereinnahmen aus dem I-Park keine goldene Nase verdient. Im Gegenteil: Die Gemeinde leistet einen erheblichen Beitrag zur regionalen Wirtschaftsförderung. So wurden aus Mitteln des Verwaltungshaushaltes in den Jahren von 1992 bis 2004 bislang insgesamt 440 000 Euro Verbandsumlage an den Zweckverband gezahlt. Unterm Strich hat die Gemeinde Föhren bislang mehr eingebracht als erhalten. Ähnlich sieht dies beim gemeindeeigenen beziehungsweise zusammen mit der Raiba Schweich erschlossenen Gewerbegebiet "Steinhäufchen" aus. Nachdem Herr Weber mir ja einige, hoffentlich gut gemeinte Ratschläge erteilte, hätte ich auch noch einen guten Tipp für ihn: Wenn man selbst in exponierter ruhiger Lage wohnt, kann man vielleicht die Sorgen und Ängste der Bürger, welche in der Hauptverkehrsstraße leben, oder der Eltern, deren Kinder jeden Tag diese Straßen passieren müssen, nicht nachvollziehen. Aber da Herr Weber selbst Gesprächsführung als Lösungsvorschlag eingebracht hat, sollte ihm das Gespräch mit den Föhrener Bürgern nicht zu schade sein. Jürgen Reinehr Ortsbürgermeister Föhren