Das Glück zum Greifen nahe

Zeit zum Träumen und Lernen: Zehn junge Schauspieler im Alter von sieben bis zehn Jahren haben mit selbst geschriebenen Dialogen Janoschs Traumstunde "Komm wir finden einen Schatz" in der Tufa aufgeführt. Die Kinder nahmen an einem Projekt des Jugendzentrums Euren (JuZ) teil, bei dem sie die Stücke innerhalb von sechs Wochen umgesetzt haben.

Trier. (mahe) "Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen", meinte bereits der Philosoph Aristoteles vor mehr als 2300 Jahren. Jugendliche, Kinder und Praktikanten des JuZ haben mit ihrer Aufführung von Janoschs "Komm wir finden einen Schatz" gezeigt, dass es noch Hoffnung gibt.

Das Projekt zeigt, dass Kinder, Jugendliche, Praktikanten und Erwachsene gut und gerne zusammenarbeiten können. Zehn kleine kreative Trierer Köpfe im Alter von sieben bis zehn Jahren haben unter der Leitung von Marita Wollscheid und der Hilfe von drei Berufspraktikanten zum Erzieher selbst die Texte geschrieben, das Bühnenbild gestaltet und das Stück einstudiert. Nicht nur Schauspielkunst, auch gesungen und musiziert wurde live, schnelle Kostümwechsel saßen reibungslos. "Eine Hauptmotivation ist, dass den Kindern eine selbstbewusste Entwicklung ermöglicht wird. Hier hat die Bühne ein unglaubliches Potenzial gezeigt", erklärt Wollscheid, die seit 20 Jahren die Theaterwerkstatt im JuZ anbietet.

Die Jugendlichen vom Offenen Treff des JuZ haben engagiert mitgeholfen. "Oft haben sie uns das Stück vorgespielt, und wir haben ihnen Mut gemacht, wenn es mal nicht so gut lief", meint Pascal Ludwig (14) aus Euren, für den der Treff zu einer zweiten Heimat geworden ist. "Wir haben auch bei der Maske geholfen und ein Video von der Aufführung gemacht", fügt Nils Weiler (13) aus Euren hinzu. JuZ-Mitarbeiter Paul Tholl wird mit den Jugendlichen beim Offenen Kanal eine DVD für alle Teilnehmer produzieren. Das Janosch-Stück hat aber mehr geboten als Traumstunde. Zeit zum Lernen einer Moral gehörte,wie bei vielen Märchen dazu. Die Geschichte beginnt mit dem Bären, der keinen Fisch angelt. Wieder gibt es nur Blumenkohl zum Essen. "Ach, wären wir glücklich", meinen Tiger und Bär, wenn sie etwas anderes zum Essen hätten und eine Leselampe, sowie vieles andere mehr. "Komm wir finden einen Schatz und damit das Glück", nehmen sie sich vor. Auf den Weg zum Schatz erleben Tiger und Bär viele Abenteuer. Nachdem sie den Schatz gefunden haben, verlieren sie ihn aber wieder.

Am Ende der Geschichte stellen beide fest: "Hier mit dir zu sitzen und Blumenkohl zu essen, ist das größte Glück auf Erden."

Unterhaltsam haben die Kinder ihr Stück den ca. 35 Kindern und 60 Erwachsenen präsentiert. Dabei mangelte es nicht an Humor, so zum Beispiel der Esel Maiorica, der das Glück in der Ferne vermutet.

Für alle interessierten Jugendlichen ab 13 Jahren ist der Offene Treff Euren in der St.-Helena-Straße 2 in Euren täglich von 15 bis 21 Uhr geöffnet. Infos zum JuZ unter der E-Mail:

juz-euren@t-online.de