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Das Haus der offenen Tür des Don Bosco Jugendzentrums feiert 50. Jubiläum.

Jugendarbeit : Ein Ort, um das Leben zu genießen

Das Haus der offenen Tür des Don Bosco Jugendzentrums in Trier feiert 50. Jubiläum. Doch das ist nicht der einzige Grund zum Feiern.

Freitagmittag im Don Bosco Jugendzentrum in der Gneisenaustraße in Trier West. Schon von Weitem ist das stattliche Gebäude mit Schieferdach und angrenzendem Zaun zu erkennen. Seit wenigen Wochen wird dieser Anblick von einem mehrere Meter hohen Kletterturm ergänzt. Beim Betreten des Geländes sitzen Lion, Sophie, Milan und Emma bereits in Startposition gespannt auf dem Turm. „Von wo wollen Sie das Foto machen?“ Mehrmals klettern die Kinder von einer zur anderen Seite.

Der neue Kletterturm, der als Gemeinschaftsprojekt durch zahlreiche Spenden entstanden ist, ragt mit seinen roten Metallwindungen in die Höhe und überzeugt nicht nur aus spielerischer, sondern auch aus ästhetischer Hinsicht. Zusammen mit dem großen Spielsaal, der Soccerhalle, dem Abenteuerspielplatz und vielen weiteren Spielmöglichkeiten auf der großen Anlage ist der Turm Teil der Einrichtung. Dieses Jahr feiert das Haus der offenen Tür das 50. Jubiläum seiner staatlichen Anerkennung.

Was bedeutet der Titel „Haus der offenen Tür“? „Es kann kommen, wer will, die Tür steht auf“, erklärt Pater Reinhard Büker (59) aus Trier. Die Tische und Sitze bieten gute Möglichkeiten zum Malen, Basteln und Spielen und auch Ältere kommen nicht zu kurz: „Gestern haben wir bei der Feuerstelle mit Jugendlichen gegrillt“, erzählt Büker. Durch das große Platzangebot im Jugendzentrum ist es trotz Corona-Krise möglich, eine verringerte Anzahl von Kindern nach Anmeldung auf dem Gelände spielen zu lassen.

In Drittweltländern sei Bildung häufig das Kernziel von Don Bosco, berichtet Büker. In Trier stehe der Spaß im Vordergrund. „Wir sind ein pädagogisch betreuter Spielplatz. Freizeit hat ja auch einen Wert“, erklärt Büker. „Wenn sie schön spielen, ist ja auch alles gut.“ Seine Aufgabe sieht er eher darin, manchmal etwas „anzustoßen“ oder „zu begleiten, anzuleiten“.

Die Jugendeinrichtung gehört zu der Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos, die in mehr als 130 Ländern weltweit tätig ist. Die Philosophie von Don Bosco orientiert sich an Don Johannes Bosco, der sich als Priester für das Wohl der Jugend eingesetzt hat. Die Einrichtung in der Gneisenaustraße gibt es seit 1952, doch erst 1970 wurde die Einrichtung als Haus der offenen Tür anerkannt.

Heute ist das Jugendzentrum „stark Stadtteil bezogen und lokal geprägt“, sagt Büker. Die meisten Kinder und Jugendlichen kommen aus Trier-West oder besuchen die Kurfürst-Balduin-Realschule, die nur 300 Meter entfernt ist. „Der Kontakt zur Realschule ist sehr eng“, berichtet der Pater.

Die Jugendeinrichtung übernimmt den Freizeit- und Lernteil bei dem Ganztagsangebot der Realschule. Im Haus der offenen Tür findet dabei ausschließlich der Freizeitteil statt. Obwohl die Einrichtung den Fokus auf die Freizeitgestaltung legt, gibt es auch Möglichkeiten zur Weiterbildung: In der Werkstatt können sich Jugendliche über die Agentur für Arbeit qualifizieren oder strauchelnde Auszubildende erhalten Hilfe.

In den Ferien bietet das Jugendzentrum normalerweise eine Ferienfreizeit an. „Das ist dieses Jahr schwer“, sagt Pater Büker. Über Ostern sei eine Ferienfahrt nach Hamburg geplant gewesen, die abgesagt worden sei. Doch trotz erschwerter Bedingungen gibt es auch dieses Jahr eine Freizeit: In den ersten zwei Sommerferienwochen bietet das Jugendzentrum eine „Stadtranderholung“ an. Die Kinder sind jeden Tag zum Spielen im Jugendzentrum und machen Tagesausflüge in der Umgebung, wie zum Beispiel in den Eifelpark oder das Dynamikum in Pirmasens.

In zwei anderen Ferienwochen startet der „Bauspielplatz“: Auf dem Abenteuerspielplatz bauen die Kinder aus Brettern und Kanthölzern eine eigene Hütte. Die vierte Ferienwoche ist „eine eigene Programmwoche für Mädchen“ – mit Besuch im Phantasialand und einem Ausflug nach Köln.

Zurück zum Freitagnachmittag im Don Bosco Jugendzentrum. Die Kinder sitzen in Startposition, die Fotografin ist bereit für das Foto. „Alex fehlt noch“, ruft Emma (7). Alex spaziert mit einem Bollerwagen und Kopfhörern im Ohr am Jugendzentrum vorbei. Da bringt auch lautes Rufen nichts. Nachdem der Pater auf sich aufmerksam gemacht hat, klettert Alex aber sofort auf den Turm. Diese Gelegenheit will er sich nicht entgehen lassen.