Das meiste Geld fließt in Baugebiet und neue Kitagruppen

Das meiste Geld fließt in Baugebiet und neue Kitagruppen

Rund 600 000 Euro fürs Baugebiet, etwa 400 000 Euro für die Erweiterung des Kindergartens: Die Pluwiger investieren auch in diesem Jahr kräftig in den Ausbau wichtiger Infrastruktur im Ort. Die Kehrseite der Medaille: Der Schuldenberg der Ortsgemeinde wächst - und bald steht die Sanierung des Bürgerhauses an.

Pluwig. Die Bagger sind in Pluwig seit Monaten zugange. Im vergangenen Jahr hat die Ortsgemeinde gleich mehrere Großprojekte in Angriff genommen. Bei den Investitionen für 2013 sind diese Projekte erneut die dicksten Brocken: 660 000 Euro sind für den Vorstufenausbau des Neubaugebiets Spatelweg mit 38 Grundstücken vorgesehen. Der Verkauf von jährlich sieben Baustellen soll der Ortsgemeinde allerdings auch Geld in die Kassen spülen.
Ebenfalls 2012 gestartet ist die Erweiterung der Kita Pluwig. Für zwei zusätzliche Gruppen im neuen Seniorenzentrum werden in diesem Jahr 417 000 Euro fällig. Die Gesamtkosten liegen bei etwa 635 000 Euro. Allerdings erwarten die Pluwiger noch Zuschüsse von etwa 370 000 Euro. "Stark sanierungsbedürftig" ist laut Ortsbürgermeister Wolfgang Annen die Friedhofskapelle, die eine neue Toilettenanalage erhalten soll.
Zudem werden die Wege erneuert. Kosten: 174 000 Euro. Direkt nebenan befindet sich das Areal des künftigen Mehrgenerationenplatzes. Die EU gibt dafür 48 000 Euro, der Platz kostet insgesamt 101 000 Euro.
Der Ortsgemeinderat hat diese Investitionen samt Haushaltsplan für 2013 einstimmig beschlossen - nach ausführlichen Beratungen. Denn nicht nur Matthias Breser von der VG-Verwaltung Ruwer dürfte aufgefallen sein, "dass wir in den nächsten Jahren sparen müssen".
Denn im Ergebnishaushalt bleibt 2013 ein Defizit von etwa 251 000 Euro, im laufenden Finanzhaushalt ein Minus von 195 000 Euro. Dies sei im Vergleich zum Vorjahr eine "Verschlechterung" von 42 000 Euro, sagte Breser im Rat. "Wir schieben jährliche Verluste von etwa 120 000 Euro vor uns her", mahnte er.
Zudem steige der Schuldenstand der Ortsgemeinde bis auf 2,9 Millionen Euro zum Jahresende. Das bedeutet etwa 2000 Euro Schulden pro Einwohner - einer der höchsten Werte unter den 20 Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Ruwer.
Und ab 2014 stehen schon weitere Investitionen im Plan. Der Gemeinderat müsse letztlich entscheiden, "ob diese Dinge wirklich kommen", sagte Ortschef Annen.
Darunter fallen etwa 240 000 Euro für einen möglichen Umbau der Naturrasenanlage in ein Gras-Kunstfaser-Feld (2015) und die Sanierung der Mehrzweckhalle (Bürgerhaus) für 500 000 Euro. Annen regte daher an, schon jetzt über "andere Wege nachzudenken".
Möglich sei, dass ein Verein feste Zuschüsse erhalte und sich um den Unterhalt des Bürgerhauses kümmere. Zumal Senioren-Internetcafé, Vereinsproben und Ratssitzungen künftig im neuen Seniorenzentrum abgehalten würden. "Das ist eine erste unkonventionelle Idee", betonte Annen. "Man sollte das aber für die Zukunft im Blick haben."