Das Mittelalter erlebbar machen

Das Mittelalter erlebbar machen

ASCOLI PICENO. (red) Mit farbenprächtigen Umzügen, Festgottesdiensten und den Reiterfestspielen der "Quintana" feierte Triers italienische Partnerstadt Ascoli Piceno ihr Patronatsfest und gedachte dabei des Heiligen Emidio, der Anfang des dritten Jahrhunderts n. Chr. als in Trier geborener Römer von der Moselmetropole über Mailand und Rom als erster christlicher Bischof in die Stadt am Tronto kam.

Nach wundertätigem Wirken starb er hier am 3. August 303 den Märtyrertod. Weit über Ascoli hinaus wird San Emidio vor allem als Beschützer gegen Erdbeben hoch verehrt. Den meisten Ascolanern ist Trier nicht nur als Partnerstadt, sondern vor allem als Geburtsort des allgegenwärtigen Stadtpatrons bekannt.Trierer reisen nach Italien

Zu den Feierlichkeiten war eine Delegation der Ascoli Piceno-Trier Gesellschaft (APTG) unter Leitung ihres Präsidenten Hartmut H. Gürke in die Marken-Stadt gereist. Höhepunkt des Programms war der Besuch der mittelalterlichen Quintana-Reiterfestspiele, die alljährlich aus Anlass des Emidio-Festes stattfinden. Bei dem spannenden Wettkampf schicken traditionsreiche Stadtteile Ross und Reiter ins Rennen. Sie kämpfen dabei um die Quintana-Fahne und damit um den heiß begehrten Sieg. Annähernd zwei Tage lang zieht dieses Spektakel die ganze Stadt in ihren Bann. Trommeln dröhnen mit immer gleich bleibendem Rhythmus durch die Gassen der Stadt, festlich gekleidete Abordnungen ziehen mit prachtvollen mittelalterlichen Kostümen über die Piazza del Popolo zum Quintana-Stadion. Auch in diesem Jahr wurde das grandiose Ereignis wieder vom italienischen Fernsehen live übertragen. Bei einem Festgottesdienst im Dom und einer feierlichen abendlichen Zeremonie am Quintana-Vorabend würdigte Triers Weihbischof Robert Brahm als Gast der Diözese Ascoli Piceno vor der Kathedrale auf der neu gestalteten Piazza Arringo die Partnerschaft zwischen beiden Städten als ein Zeichen des Friedens und des Miteinanders. Von seiten Ascolis war zu hören, man sei interessiert daran, Trier stärker in den Ablauf des San Emidio-Festes mit der Quintana einzubeziehen. Die Mitglieder der Ascoli Piceno-Trier Gesellschaft waren von der Identifikation der Bevölkerung mit dem hochkarätigen historischen Festgeschehen tief beeindruckt. Sie freuen sich nun auf ein Wiedersehen mit dem rührigen Ansprechpartner vor Ort, Ehrenmitglied Dottore Giovanni Cipollini, am Samstag, 26. August, in Trier. An diesem Tag feiert die Gesellschaft ihr fünfjähriges Bestehen im Restaurant "Giovanotti" am Zurlaubener Ufer (Beginn: 19.30 Uhr). Dazu wird eigens auch eine Musikgruppe aus Ascoli erwartet.

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