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"Das Moseltal – ein Garten Eden"

"Das Moseltal – ein Garten Eden"

TRIER. Mit Hans-Peter Schlechtriemen "Deutschlandreise" zu spielen, ist riskant. Er würde die Partie für sich entscheiden. In Düsseldorf, München, Berlin und Trier hat der Kaufhof-Manager und Chef der City-Initiative Trier schon gearbeitet. Von der Mosel möchte er nicht mehr weg.

Wie es ihm als Zugezogener an der Mosel gefalle? Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: "Trier ist die schönste Stadt Deutschlands", schwärmt Hans-Peter Schlechtriemen. Das Moseltal sei "ein Garten Eden". Der sich so begeistert äußert, hat bereits viel von Deutschland gesehen und dabei eine Menge an Lebens- und Arbeitserfahrung gewonnen. Schlechtriemen, 58 Jahre alt, ist seit seinem Schulabschluss und der kaufmännischen Lehre fast ununterbrochen unterwegs gewesen. Das vielzitierte Etikett "jung, dynamisch und flexibel" lässt sich problemlos auf ihn anwenden. Schlechtriemen ist gebürtig aus Herdorf im Westerwald - einem "Teil des Bistums Trier", wie er betont. Als 21-Jähriger zog er von dort los, blieb aber sein ganzes Leben in unterschiedlichen Funktionen dem Kaufhof-Konzern verbunden. Ehefrau Erika ist dabei in 23 Jahren des Zusammenseins nicht von seiner Seite gewichen. "Sie gibt mir Kraft", gesteht der Manager. Die Freizeit gestaltet das Paar gemeinsam, ob beim Wandern in den österreichischen Bergen oder beim Sammeln von Porzellan, Ölgemälden, erlesenen Weinen oder alten Lampen. Den Hobbys frönen beide mit Leidenschaft. Die Freizeit ist knapp: Zwölf Stunden sitzt Schlechtriemen täglich in seinem Büro im zweiten Stock des Kaufhof-Warenhauses. Von Müdigkeit keine Spur. Der Manager hat viel Lebenserfahrung gesammelt. In Hof an der einstigen deutsch-deutschen Grenze erfuhr er 1989 die Öffnung derselben: "Das war ein Ereignis, das ich nicht missen will." Ein Traum sei Wirklichkeit geworden. Berlin war ihm zu groß, da ging er an die Mosel

In Berlin war Schlechtriemen Geschäftsführer eines Warenhauses in einem östlichen Stadtviertel - "eine völlig neue Welt", erzählt er. Dort habe er viel gelernt über das Verhalten und Lebenserfahrungen von Menschen. Der Hauptgrund, nach Trier zu ziehen, sei aber die Stadt Berlin gewesen. Sie sei für ihn "zu groß". Bereits mit 25 Jahren war Schlechtriemen in die verantwortungsvolle Position des Personal- und Verwaltungschefs eines Konzernhauses in Köln-Nippes mit 190 Angestellten befördert worden. Die dafür erforderlichen Fähigkeiten sieht Schlechtriemen nicht an ein Alter gebunden. Entscheidend dafür, eine solche Führungsaufgabe zu übernehmen, sei, ob man das wolle. Als Einzelkämpfer habe er sich nie betrachtet, wichtig sei ihm die Teamarbeit. Ein Gefühl der Gemeinsamkeit helfe, Ziele zu erreichen - und Niederlagen durchzustehen. Jahrzehnte später, nach beruflichen Stationen in Düsseldorf, Aachen, Hannover, München, Kassel und Berlin - als Personalchef, Prokurist und Geschäftsführer in verschiedenen Bereichen des Kaufhof-Konzerns - ist Schlechtriemen seit vier Jahren in Trier tätig. "Ich bin froh, dass mir die Gelegenheit gegeben wurde, mich in den Stadtentwicklungsprozess einzubringen", sagt er unter Verweis auf sein Ehrenamt als Vorsitzender der City-Initiative. Die Frage, wo er denn nicht in Deutschland gewesen sei, kann Schlechtriemen nicht sofort beantworten: "Das frage ich mich auch." Er habe "jede neue Position als Herausforderung empfunden und das Bestreben gehabt, meine Arbeit noch besser als vorher zu machen".