Das Nadelöhr im Ruwertal

Bis Ende Oktober ist die Hauptverbindungsstraße durch das Ruwertal bei Kasel eine Baustelle. Grund sind Sanierungsarbeiten an der Ortsdurchfahrt und fehlende Umfahrungsmöglichkeiten. Die beiden Umleitungsstrecken bedeuten lange Umwege.

Kasel. Auf der einen Seite die Ruwer, auf der anderen Seite die Ausläufer des 352 Meter hohen Lotschkopfs. Und dazwischen am Fuß der Anhöhe die Landesstraße 149, die das Ruwertal erschließt. Auf der in Trier-Ruwer beginnenden und an der L 152 (ehemalige B 52) endenden Strecke wird es ab kommender Woche eng. Denn der Landesbetrieb Mobilität Trier (LBM) saniert in Kasel die L 149 auf rund 480 Metern. Rund 280 000 Euro werden dafür investiert. Eine parallele Ausweichstrecke gibt es nicht.
Die Bauarbeiten gliedern sich nach Auskunft des LBM in zwei Phasen. Im Zeitraum vom 26. September bis voraussichtlich 7. Oktober wird die Strecke von der Querung Ruwer-Radweg im Ortskern bis zum Fahrbahnteiler in Richtung Waldrach halbseitig gesperrt. Während dieser zwei Wochen soll die Pflasterrinne auf der rechten Seite Richtung Waldrach erneuert werden. Um die Entwässerungssituation zu verbessern, werden zudem neue Straßenabläufe angeordnet.
Durchschnittlich 5000 Fahrzeuge sind täglich auf der Landesstraße unterwegs. Deshalb rät der LBM, diesen Streckenabschnitt zu meiden und die ausgeschilderten Umleitungen (siehe Grafik) zu benutzen. Denn wegen der hohen Verkehrsbelastung wird mit langen Wartezeiten an den Ampeln gerechnet.
Während der Herbstferien geht dann gar nichts mehr. Dann wird die L 149 zwischen Kasel und Waldrach voll gesperrt. Voraussichtlich bis 21. Oktober wird der komplette vorhandene Fahrbahnoberbau ausgebaut. Teilweise auch die Frostschutzschicht. Anschließend werden laut Landesbetrieb zwei neue Asphaltschichten (Trag- und Deckschicht) eingebaut. Ebenfalls aktiv sind die Verbandsgemeindewerke Ruwer. Sie lassen Schieber und Hydranten erneuern.Weitere Baustellen im Ruwertal



Die Sperrung der Verbindung Richtung Trier-Ruwer bedeutet vor allem für Menschen mit dem Ziel Waldrach, Riveris oder Morscheid Umwege und Wartezeiten. Doch auch andere Ruwertaler müssen derzeit geduldig sein. Denn in Mertesdorf ist der Ausbau der Hauptstraße noch nicht abgeschlossen. Der letzte der insgesamt fünf Bauabschnitte erstreckt sich laut LBM vom Bürgerhaus bis zur Unterstraße. Aktuell wird dort an Leitungen gearbeitet. "Die Fertigstellung wird in diesem Jahr voraussichtlich nicht mehr komplett funktionieren, eher im frühen Jahr 2017", sagt Ralf Jakobs vom Landesbetrieb Mobilität.
Und auch in Kasel gibt es eine weitere Baustelle. Dort lässt die Gemeinde die Straße von der Ruwerbrücke aus Richtung L 152 erneuern. Das geschieht wie im benachbarten Mertesdorf ebenfalls in Abschnitten. Aktuell ist die Feller Straße dran. Ortsbürgermeister Karl-Heinrich Ewald sagt, dass es für diese Baustelle eine Umfahrung gebe. "Bei der Straße Richtung Waldrach sieht das anders aus." Die Wirtschaftswege durch die Weinberge seien nur für Feuerwehr und Rettungswagen offen. Da im Oktober die Weinlese beginne, müsse zudem immer damit gerechnet werden, dass Traktoren die Durchfahrt behindern.

Mehr von Volksfreund