"Das Pack muss draußen bleiben"

"Das Pack muss draußen bleiben"

TRIER. "Ausländer kommen hier nicht rein." Mit dieser Aussage sollen Türsteher der Diskothek Riverside Gäste abgewiesen haben. Inhaber Gritzmacher wehrt sich vehement gegen solche Behauptungen.

Freitagabend. Pachelle Jennifer Flesch und ihre Freundinnen haben sich schick gemacht. Nachdem sie schon länger nicht mehr im Riverside waren, wollen sie dort mal wieder abtanzen. Als sie am Eingang kontrolliert werden, ist ihre Welt noch in Ordnung. "Ich bin gewohnt, dass ich nach meinem Ausweis gefragt werde", sagt Pachelle Jennifer.Da sie noch nicht volljährig ist, hat sie, wenn sie in Diskos geht, immer eine schriftliche Erlaubnis ihrer Mutter und eine Kopie deren Personalausweises dabei.Doch die gute Stimmung der Mädels ist schnell verflogen. "Der Türsteher wandte sich zu seinem Kollegen und sagte: ,Und wat machen ma hiermit?' Der Kollege schaute sich den Ausweis an und erwiderte: ,deutsche Staatsangehörigkeit. Kann rein'."So ist die Ausweiskontrolle aus Sicht der 17-Jährigen verlaufen. Sie führt das auf ihre dunkle Hautfarbe zurück. Bernd Gritzmacher, Chef des Unterhaltungszentrums Riverside, kann sich jedoch nicht vorstellen, dass sich seine Mitarbeiter so verhalten haben. "Das halte ich für ein Gerücht", sagt er, fügt aber hinzu: "Bestimmte Personen können wir aus Sicherheitsgründen nicht reinlassen." Pachelle Jennifer Flesch gehöre allerdings nicht zu den Leuten auf der "schwarzen Liste". "Gerade junge Damen sollten froh darüber sein, dass wir so genau kontrollieren und diese Gestalten nicht reinlassen."Seit dem 8. August haben die Türsteher der Disko Riverside den Auftrag, ihre Gäste etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. "Diese verschärften Kontrollen machen wir auf Empfehlung der Polizei", sagt Gritzmacher. "Ich lasse mir nämlich wegen solcher Gruppierungen das Geschäft nicht versauen. Da mache ich von meinem Hausrecht Gebrauch, nicht alle reinzulassen. Mit der Hautfarbe hat das aber nichts zu tun. Dass unter den Gruppierungen, die bei uns Hausverbot haben, auch Ausländer sind, ist purer Zufall." Mit Fremdenhass habe das aber nichts zu tun. Gritzmachers Devise lautet: "Leute, die sich daneben benehmen, fliegen raus. Das Pack muss draußen bleiben, gute Gäste kommen natürlich problemlos rein."Zu dem vermeintlichen Kommentar "Deutsche Staatsangehörigkeit. Kann rein" - von dem sich Pachelle Jennifer ganz sicher ist, dass er gesagt wurde - kann der Riverside-Chef nur spekulieren: "Vielleicht hat sich der Mitarbeiter da ein bisschen falsch ausgedrückt."Pachelle Jennifer und ihre Freundinnen kamen an besagtem Abend in die Disko. Einer der draußen vor der Tür bleiben musste, ist der 19-jährige Ismail Ali. Mit seinen Kumpels geht er seit Jahren ins Riverside. Seit sieben Wochen darf er sich nicht mehr in der Disko vergnügen. Seitdem ist vor der Tür Endstation für den Berufsschüler.Er führt das auf Ausländerfeindlichkeit zurück. "Heute dürfen keine Ausländer rein." Mit diesem Spruch sei der gebürtige Libanese mit deutschem Pass abgewiesen worden. Warum die Türsteher ihm den Eintritt verweigern, kann er sich nicht anders erklären. "Ich habe schließlich noch nie Palawer gemacht", sagt Ismail. Bei näherem Nachboren kommt jedoch heraus, dass der 19-Jährige bereits wegen Körperverletzung vorbestraft ist. Diese Vorbelastung könnte der Grund dafür sein, dass Ismail nicht mehr reingelassen wird.Doch Ismail weiß auch von anderen Ausländern, die in letzter Zeit von den Riverside-Türstehern abgewiesen werden. "Ich kenne einige, die sich das nicht länger gefallen lassen und die etwas vorhaben." Was sie vorhaben, will er nicht genau sagen. Auf die Frage, ob sie die Türsteher vielleicht zusammenschlagen wollen, antwortet er nur: "Könnte schon sein "