Das Problem mit der Pfeiffersbrücke

Um ein Haar wäre die Pfeiffersbrücke sofort und dauerhaft gesperrt worden. Aufgrund eines Gutachtens erlaubt die Stadt nur noch den eingeschränkten Betrieb auf der Pfeiffersbrücke in Trier-Ehrang.

Trier-Ehrang. Nur Note 3,9 bescheinigt ein Sondergutachten der 62 Jahre alten Pfeiffersbrücke - ab Note 4 hätte sie sofort für den Verkehr gesperrt werden müssen. Gestern wurde die Brücke, über die täglich 1000 bis 1500 Fahrzeuge rollen, voll gesperrt, um die Beschilderung zu ändern: Künftig ist die Fahrbahnbreite auf drei Meter beschränkt.
Außerdem wird das zulässige Gesamtgewicht von bisher sechs auf 2,8 Tonnen gesenkt. Der nur noch bedingt mögliche Verkehr über die Pfeiffersbrücke bereitet der derzeit ohnehin angespannten Situation in Ehrang weitere Probleme.
150 000 Euro für Sanierung



Infolge der Sanierungsarbeiten an der Ehranger Brücke ist die Auffahrt nach Luxemburg gesperrt. Ebenso ist die Abfahrt von der B 53 auf die B 52/A 602 schon seit Monaten nicht möglich. Daher bleibt größeren Fahrzeugen der Weg nach Ehrang nur über Biewer oder die Quinter Straße - letztere ist schon jetzt sehr ramponiert. Bei einer Ortsbegehung informierte Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani am Montagabend ihre Fraktion über die aktuelle Lage.
Zwei Gutachten in den Jahren 2006 und 2007 hatten der Pfeiffersbrücke die Note 3,0 gegeben. 2008 gab es eine 3,4 und eine Beschränkung auf sechs Tonnen. Mit einem "Ertüchtigungskonzept" sollte die Brücke wenigstens für die nächsten sechs, sieben Jahre saniert werden.
Dafür sind im Haushalt 150 000 Euro vorgesehen. Die Fotos, die Kaes-Torchiani ihren Fraktionskollegen aus dem brandaktuellen Gutachten zeigte, lassen nichts Gutes ahnen. Infolge von Korrosion ist die Brücke, die über die Bahnlinie Trier-Köln führt, massiv beschädigt. In der Mitte der Brücke hat es an einer undichten Nahtstelle hineingeregnet.
Ein denkbarer Ausweg aus der Misere könnte eine Leihbrücke sein. Wie damals bei der ebenfalls maroden Aulbrücke in Trier-Süd wurde die Aulbrücke komplett herausgehoben und durch eine Leihbrücke ersetzt. Ob das technisch möglich ist, wird derzeit geprüft. Voraussetzung für diese Lösung ist, dass die Widerlager der Brücke noch tragbar sind.
Ebenfalls unklar ist, wie der Neueinbau bezahlt werden soll. "150 000 Euro reichen jedenfalls nicht!", sagt Simone Kaes-Torchiani. Dem Vernehmen nach könnte das Projekt mehr als das Dreieinhalbfache kosten. Die Pfeiffersbrücke spielt in der aktuellen Verkehrsentwicklung in Ehrang eine wichtige Rolle. Wenn das Straßenprojekt der Ortsumgehung Ehrang nach Kordel auf der neuen B 422 tatsächlich in den nächsten Jahren realisiert wird, muss ein Anschluss an die B 53 her.
Außerdem soll die neue Feuerwehrwache in nächster Nähe der Servaisstraße entstehen - ohne den Weg über die Pfeiffersbrücke müssten die Helfer im Notfall tatsächlich über Biewer und Quint fahren.

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