Das Rad soll sich weiter drehen

Das Rad soll sich weiter drehen

Auch wenn der Gerolsteiner Brunnen am Jahresende sein Profiradsport-Engagement beendet, sollen sich in der Ferienregion Gerolsteiner Land die Räder weiter drehen. Derweil hat das Unternehmen noch nicht über ein alternatives Sponsoring entschieden.

Gerolstein. Es war vieles so, wie in den vergangenen Jahren: eine professionell hergerichtete Halle zur Präsentation der Radfahrer, ein reibungsloser Ablauf, Zeit für Gespräche. Dennoch war die Stimmung am Dienstag anders. Die letzte Präsentation des Profi-Radteams Gerolsteiner auf dem Firmengelände des Gerolsteiner Brunnens am Vulkanring sorgte für Wehmut. "So ein Tag geht nicht emotionslos an einem vorbei", bekennt Stefan Göbel, Pressesprecher des Gerolsteiner Brunnens. 2008 enden zehn Jahre Radsport-Liasion zwischen dem Eifeler Getränkehersteller und dem Team von Hans-Michael Holczer. Der Brunnen zieht sich aus dem Sponsoring zurück, da nach eigenem Bekunden mit dem Radsport nicht mehr alle Konsumenten erreicht werden könnten. Das Thema Doping soll keine Rolle gespielt haben. Nichtsdestotrotz soll nach 2008 das Gerolsteiner Land weiter als Radfahr-Region etabliert werden. "Wir sind der Überzeugung, dass der Radsport als Breitensport die Massen bewegt. Zehn Jahre Team Gerolsteiner sehe ich als Basis, auf der wir in den nächsten Jahren aufbauen können", sagt Matthias Pauly, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Gerolstein. Sprich: Der Ende des Jahres auslaufende Kooperationsvertrag zwischen dem Gerolsteiner Land und dem Brunnen soll weitergeführt werden. Pauly: "Es gab erste Gespräche. Es gibt eine klare Übereinkunft mit der Geschäftsführung des Brunnens, Radsport als Breitensport weiterhin fördern zu wollen." Im Zentrum der Bemühungen soll weiterhin das Gerolsteiner Tour-Festival stehen. Künftiges Sponsoring: Entscheidung bis Ende Juni

Dass im VG-Etat 2008 der Posten für das Projekt "Etappenziel bei der Deutschland-Tour" gestrichen wurde, versteht Pauly nicht als Signal zur Abkehr vom Radsport: "Wir haben ein finanziell schwieriges Jahr zu bewältigen. Da ist solch eine Investition nicht zu rechtfertigen, wobei auch das Maß an Unsicherheit wegen des Themas Doping hoch gewesen wäre." Göbel bringt Verständnis für die Entscheidung auf: "Aus finanziellen Gründen ist das nachvollziehbar." Wo der Getränkehersteller künftig derweil alternativ zum Profi-Radsport als Sponsor auftritt, steht laut Göbel noch nicht fest: "Im Augenblick gibt es keine Gespräche. Wir sondieren noch, wo wir selbst hinwollen. Es gibt nichts, was sich spontan aufdrängt." Bis Ende Juni will das Unternehmen eine Entscheidung treffen. Helfen sollen dabei in den nächsten Wochen Umfragen bei den Konsumenten.Weiterer Bericht Sport S. 17